Weitere Organisationen appellieren an Bischöfe

Familienbund der Katholiken für Segnung von Homosexuellen

Verbände und Organisationen appellieren an die katholische Kirche, Segnungen von homosexuellen Paaren zuzulassen. Überall, wo „auf Treue gegründete Freundschaft“ und „Verantwortlichkeit der Menschen“ gelebt würden, sei das moralisch achtenswert – „unter welchen Vorzeichen der sexuellen Orientierung dies auch immer geschieht“, sagte der Präsident des Familienbundes der Katholiken, Stefan Becker.

Die Gruppe „Wir sind Kirche“ sowie der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) erklärten, Bischöfe dürften homosexuellen Menschen und Paaren den Segen nicht verweigern. Die Verbände äußerten sich anlässlich der laufenden Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Ingolstadt.

Familienbund lobt Wandel der Haltung

Familienbund-Präsident Becker schreibt in der Zeitschrift „Stimme der Familie“, die kommende Woche erscheint, er begrüße es außerordentlich, dass die Amtskirche nicht starr an ihrer ablehnenden Haltung gegenüber einer Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften festhalte. Im Januar hatte der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode angeregt, über Segnungen von homosexuellen Paaren nachzudenken.

Das Thema steht nicht auf der Tagesordnung der Bischofskonferenz. Ihre Pastoralkommission ist nach Worten von Kardinal Reinhard Marx damit beauftragt, dieses Thema vorzubereiten.

„Wir sind Kirche“: Verweigern des Segens unchristlich

„Wir sind Kirche“ erklärte, es sei „unchristlich und unverantwortlich“, dass sich einzelne Bischöfe der Debatte um eine Segnung von vornherein verweigerten. Diese Einstellung werde den Menschen in keiner Weise gerecht, die um den kirchlichen Segen bäten. Zudem sei sie theologisch unhaltbar und beschleunige die Entfremdung der Bischöfe von ihren Gläubigen.

Der LSVD betonte, er begrüße die „immer zahlreicher werdenden Stimmen in der katholischen Kirche“, die sich für einen Wandel im Denken und Handeln aussprächen. Der LSVD habe Marx in einem Brief gebeten, entsprechende Schritte in die Wege zu leiten, so der Verband. „Dies wäre auch ein deutliches Signal in die kirchliche und nichtkirchliche Öffentlichkeit, dass eine Diskriminierung homosexueller Menschen, ihrer Partnerschaften und ihrer Familie für die römisch-katholische Kirche inakzeptabel ist.“