Kapuziner aus Münster gibt Video-Impulse von Aschermittwoch bis Ostern

Fastenzeit mit Bruder Julian – täglich bei Kirche-und-Leben.de

Bruder Julian lehnt an einer Wand, auf der eine Strophe aus dem Sonnengesang des heiligen Franziskus geschrieben steht. Er tippt dabei aus sein Smartphone.

Für Bruder Julian aus Münster ist das eine große Chance, anderen online von seinem Alltag im Kloster und vom Glauben zu erzählen. In der Fastenzeit bietet er mit "Kirche-und-Leben.de" jeden Tag einen Video-Impuls an. An Aschermittwoch, 26. Februar, geht es los. Herzlich willkommen!

„Raus auf den Marktplatz – erzählt von eurem Glauben.“ An dem, was der heilige Franziskus vor 800 Jahren von seinen Mitbrüden forderte, hat sich für Bruder Julian nichts geändert. „Nur der Ort, an dem das passieren kann, ist ein anderer als im Mittelalter“, sagt der Kapuziner aus Münster. „Heute kaufen die Menschen bei Amazon ein.“ Er grinst. Das Einkaufsportal  ist sicher kein Ort der Verkündigung. Aber das Internet schon. „In den sozialen Netzwerken finden wir Gehör – das dürfen wir nicht unterschätzen.“

Der 24-Jährige sagt das mit Nachdruck. In seiner Ordensgemeinschaft, die wie viele andere mit Überalterung zu kämpfen hat, wirkt das wie ein unfraglicher Leitspruch: „Wir finden sonst nicht mehr statt.“ Was nicht heißt, dass da keine Berührungspunkte zu den Menschen vor der Klostertür mehr sind. Spirituelle Angebote, soziales Engagement, Gebet und Gottesdienst sind große Kontaktflächen. „Für die Silvester-Exerzitien hier im Haus gab es dieses Mal eine lange Warteliste – wir haben 17 Betten, 35 Anfragen kamen.“

Marktplatz Internet

Der Kapuzinerbruder schätzt aber, dass das ohne den Marktplatz Internet vielleicht nicht so wäre. Seit einigen Jahren ist er dort präsent, schreibt Impulse, nimmt Stellung zu aktuellen Fragen, lässt die Menschen an seinem Leben teilhaben. „Aber immer mit dem Ziel, es nicht im virtuellen Raum zu belassen.“ Das, was er mit den Menschen dort bespricht, soll mit in ihr Leben, soll eine Wert in ihrem Alltag bekommen. Als er zu Beginn seiner Ordenszeit im Kloster in Salzburg war, erlebte er, dass das funktionieren kann. Seine User, jene Internet-Nutzer, die ihn in seiner braunen Kutte auf ihrem Handy oder Tablet gesehen hatte, standen plötzlich an der Pforte. „Etwa 30 von ihnen wollten sich intensiver mit dem Klosterleben auseinandersetzen.“

Und wie war sein Weg dorthin? „Das hat sich schon früh angedeutet“, sagt er und erinnert sich grinsend an eine Begebenheit in seiner Grundschulzeit. „Meine Geschwister holten mich ab und sagten, dass daheim eine Überraschung auf mich warte.“ Er war überzeugt, dass das der Pfarrer sein musste. Es war aber ein Bagger im Vorgarten. „Ich war irgendwie enttäuscht.“

Impulse auf dem Weg ins Kloster

Es gab einige wichtige Impulse auf seinem Weg ins Kloster. Die Erfahrungen als Messdiener zählt er dazu. Später die Fahrten aus seinem Heimatort Dorsten-Holsterhausen zur Jugendkirche „effata!“ in Münster. Der Kontakt zu den Franziskanern in Dorsten. Und das vierwöchige Praktikum, das er in seiner Oberstufenzeit bei Weihbischof Dieter Geerlings machen konnte. Eine sehr intensive Erfahrung, wie er sagt: „Damals habe ich erfahren, wie der eigene Glaube in einem größeren Seelsorge-Kontext gesehen werden kann – quasi vom Dorf ins Bistum.“

Im Kloster in Münster studiert er heute Theologie und lässt sich zum Priester ausbilden. Auch hier will er die Pforte immer wieder öffnen, um anderen von seinem Glauben zu erzählen, wie es der heilige Franziskus gesagt hat. Das Internet ist für ihn dabei eine wichtige Oberfläche, an der „die Menschen andocken können, um sich dann weiter in die Tiefe zu begeben.“ Die reale Welt aber bleibt genauso wichtig. Dafür geht er auch gern auf den echten Marktplatz. In Ordenskutte, um zu zeigen, dass „unsere Botschaft eine mitten aus dem Leben ist und keine Science-Fiction“.

Tägliche Impulse
In der Fastenzeit begleitet Bruder Julian Sie mit täglichen Impulsen. Auf facebook und auf www.kirche-und-leben.de wird er seine Gedanken per Video teilen.