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Morgenandacht von Generalvikar Norbert Köster

Fatima: Drei Hirtenkinder im Mittelpunkt

Heute, am 13. Mai, jähren sich die Ereignisse im Marienwallfahrtsort Fatima zum 100. Mal. Drei Kinder hatten die Muttergottes gesehen. Münsters Generalvikar Norbert Köster geht darauf in seiner Morgenandacht ein, die er heute im Deutschlandfunk gehalten hat.

Heute, am 13. Mai, jähren sich die Ereignisse im Marienwallfahrtsort Fatima zum 100. Mal. Drei Kinder hatten die Muttergottes gesehen. Münsters Generalvikar Norbert Köster geht darauf in seiner Morgenandacht ein, die er heute im Deutschlandfunk gehalten hat.

Heute vor 100 Jahren ereignete sich im portugiesischen Ort Fatima etwas, das bis heute nachwirkt. Den drei Hirtenkindern Lúcia Rosa dos Santos, Jacinta Marto und ihrem Bruder Francisco Marto erschien eine Dame, die ihnen ankündigte, insgesamt sechsmal am 13. des Monats um 12.00 Uhr zu erscheinen. Immer mehr Menschen nahmen daran teil. Bei der letzten Erscheinung am 13. Oktober 1917 sahen über 60.000 Menschen, wie sich der Regenhimmel plötzlich öffnete und sich die Sonne in vielen Farben wie ein Rad zu drehen schien.

Am 13. Mai 1930 wurden die Marienerscheinungen durch den Bischof von Leira für glaubwürdig erklärt und die öffentliche Verehrung Unserer Lieben Frau von Fátima gestattet. Bereits ab 1928 wurde oberhalb des Ortes der Marienerscheinungen die Basilika „Unserer Lieben Frau des Rosenkranzes“ errichtet und 1932 geweiht. In ihr befinden sich heute die Gräber der drei Hirtenkinder.

Anzeichen von extremer Rückständigkeit?

Papst Johannes Paul II. überlebte am 13. Mai 1981, am Jahrestag der ersten Erscheinung von Fatima, ein Attentat auf ihn. Er war fest davon überzeugt, das Attentat auf dem Petersplatz nur durch den Beistand der Muttergottes überlebt zu haben. Im Jahr 2000 sprach er zwei der Hirtenkinder, Jacinta Marto und Francisco Marto selig. Die dritte, Lúcia Rosa dos Santos, lebte zu diesem Zeitpunkt noch und ist erst 2005 gestorben.2007 wurde in Fatima die neue Basilika eingeweiht, die zu den größten katholischen Kirchen weltweit gehört. Mehr als vier Millionen Menschen pilgern jedes Jahr dort hin.

Manche von ihnen werden mit Marienerscheinungen wenig anfangen können oder die Beschäftigung mit ihnen sogar für ein Anzeichen von extremer Rückständigkeit halten. Ich habe dafür Verständnis.

Menschen am Rand der Gesellschaft

Mir erschließt sich Fatima zum einen über die Aspekte, über die ich in dieser Woche mit ihnen nachgedacht habe. Mehr noch sind es aber die drei Hirtenkinder, die mir die Ereignisse nahebringen. Wie schon 50 Jahre vorher in Lourdes stehen auch in Fatima junge Menschen im Mittelpunkt, die man heute als benachteiligt bezeichnen würde. Sie standen am Rand der Gesellschaft. Sie waren auch in keiner Hinsicht besonders fromm oder anders als die anderen Kinder gewesen. Mitten in ihrem Alltag beim Hüten ihrer Tiere hat Gott sie angesprochen und sie haben es nicht überhört.

Norbert Köster ist seit 2016 Generalvikar im Bistum Münster. | Foto: Michael BönteNorbert Köster ist seit 2016 Generalvikar im Bistum Münster. | Foto: Michael Bönte

Heute macht sich auch Papst Franziskus auf den Weg nach Fatima. In seiner Enzyklika Evangelii Gaudium heißt es: „Im Herzen Gottes gibt es einen so bevorzugten Platz für die Armen, dass er selbst 'arm wurde' (2 Kor 8,9). Der ganze Weg unserer Erlösung ist von den Armen geprägt. Dieses Heil ist zu uns gekommen durch das „Ja“ eines demütigen Mädchens aus einem kleinen, abgelegenen Dorf am Rande eines großen Imperiums. Der Retter ist in einer Krippe geboren, inmitten von Tieren, wie es bei den Kindern der Ärmsten geschah; ... er ist in einem Haus einfacher Handwerker aufgewachsen und hat sich sein Brot mit seiner Hände Arbeit verdient. Als er mit der Verkündigung des Gottesreichs begann, folgten ihm Scharen von Entrechteten, und so zeigte sich, was er selbst gesagt hatte: „Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe“ (Lk 4,18).“

Ein Wink in kleinen Ereignissen

Heute wird in Fatima gefeiert, dass Gott auch den drei Hirtenkindern eine gute Nachricht gebracht hat. Ich darf mich innerlich in diese Feierlichkeiten einreihen. Gott spricht auch mich mitten in meinem Alltag an. Er tut das sicher nicht so spektakulär wie in Fatima, aber er tut es, das ist meine Erfahrung. Manchmal sind es kleine Ereignisse, durch die ich einen Wink bekomme. Es können auch Begegnungen sein, die mich tief berühren. Gott will auch mir eine gute Nachricht bringen, auch heute. Das steht im Zentrum aller Feierlichkeiten.

Alle Beiträge zum Nachhören
Diese Morgenandacht ist einer von sechs Beiträgen, mit denen Generalvikar Norbert Köster in dieser Woche im Deutschlandradio die Geschehnisse von Fatima für Menschen heute verstehbar macht. Sie können hier angehört werden.

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