100 Jahre nach den Marienerscheinungen

Fatima: Papst spricht zwei Seherkinder am 13. Mai heilig

Figur des knienden Papstes Paul VI., ausgerichtet auf die Basilika von Fatima. Paul VI. besuchte sie 1967 genau 40 Jahre vor Papst Franziskus.
Figur des knienden Papstes Paul VI., ausgerichtet auf die Basilika von Fatima. Paul VI. besuchte sie 1967 genau 40 Jahre vor Papst Franziskus.Foto: KNA

Zwei der drei Hirtenkinder, deren Marienerscheinungen Fatima in Portugal zum zweitgrößten Wallfahrtsort Europas gemacht haben, werden Heilige. Papst Franziskus spricht Francesco (1908-1919) und Jacinta Marto (1910-1920) am 13. Mai in Fatima heilig. Das teilte er nach Angaben von Radio Vatikan am Donnerstag vor dem Kardinalskollegium im Vatikan mit.

Franziskus besucht Fatima am 12. und 13. Mai. Anlass ist der 100. Jahrestag des Beginns der Marienerscheinungen, die von Mai bis Oktober 1917 anhielten.

Drei Prophezeiungen

Nahe der Kleinstadt zwischen Lissabon und Coimbra berichteten 1917 drei Hirtenkinder im Alter zwischen sieben und zehn Jahren, ihnen sei die Gottesmutter erschienen. Die erste Erscheinung fand demnach am 13. Mai statt; das Ereignis wiederholte sich ein halbes Jahr lang jeweils monatlich. Durch Mundpropaganda wurden die Kinder und der Ort berühmt.

Während der Erscheinung am 13. Juli 1917 sprach Maria nach Angaben der Kinder erstmals jene Prophezeiungen aus, die als »Geheimnisse von Fatima« bekannt wurden. Laut einer 1941 verfassten Niederschrift der späteren Ordensfrau Lucia dos Santos, die als einzige der Kinder das Erwachsenenalter erreichte, enthielt der erste Teil die Vorhersage eines weiteren Weltkriegs. Das zweite Geheimnis bestand laut Lucia darin, Russland werde sich nach einer Weihe an das »Unbefleckte Herz Mariens« bekehren.

Papst-Attentat vorhergesehen?

Den dritten Teil der Weissagung schrieb Lucia 1944 nieder und verfügte, der Text dürfe nicht vor 1960 veröffentlicht werden. Erst Johannes Paul II. publizierte das Geheimnis anlässlich der Seligsprechung von Jacinta und Francisco am 13. Mai 2000.

Der Text enthält auch die Vision eines »Bischofs in Weiß«, der von Schüssen getroffen zusammenbricht. Schwester Lucia und Johannes Paul II. sahen darin einen Bezug auf das Papstattentat vom 13. Mai 1981.

Nach Lourdes in Frankreich ist Fatima der meistbesuchte Marienwallfahrtsort in Europa. Zuletzt besuchte 2010 Franziskus' Vorgänger Benedikt XVI. Fatima. Auch Johannes Paul II. und Paul VI. reisten dorthin.