Nach Anschlag von Halle: Münsteraner Bischof schreibt jüdischer Gemeinde

Felix Genn entsetzt über antisemitischen „Sumpf“ in Deutschland

Nach dem rechtsextremistischen Anschlag von Halle an der Saale hat Bischof Felix Genn seine Solidarität mit allen Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland bekundet. In einem Brief an den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde in Münster, Sharon Fehr, schreibt Genn, er habe die Nachricht von dem „furchtbaren“ Anschlag „mit Erschütterung“ zur Kenntnis genommen. Er frage sich, „was in unserem Land eigentlich los ist, dass dieser furchtbare geistige Sumpf immer noch lebendig ist“.

Genn: Verbundenheit ermutigt zu Engagement

Die Solidarität mit den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern sei in ihm sehr lebendig, versichert der Bischof. Er sei im Gebet mit ihnen verbunden und wolle durch seinen Brief darstellen, „wie sehr mich in dieser Stunde die Verbundenheit mit unseren älteren Glaubensgeschwistern innerlich bewegt und ermutigt, weiterhin bei dem Engagement zu bleiben, das ich an verschiedenen Orten und in verschiedenen Äußerungen zum Ausdruck bringen konnte.“ Der Bischof beendet seinen Brief mit „einem ganz herzlichen und kräftigen Shalom“ (hebräisch „Frieden“).