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Vielerorts werden Ersatz-Angebote entwickelt

Ferienlager-Teams trotzen Corona: digitale und analoge Alternativen

Die Ferienlager sind abgesagt, die Organisatoren suchen nach Ersatzprogrammen. Das ist nicht nur für die Kinder wichtig, auch für die Leitungsteams und die Eltern. Derzeit entstehen digitale und analoge Angebote.

Die großen Ferien stehen vor der Tür und damit eigentlich auch die Zeit der großen Ferienlager. Die sind im Bistum Münster aber wegen der Corona-Pandemie flächendeckend abgesagt worden. Nicht nur für die Kinder bedeutet das einen großen Verlust. Auch den Familien geht ein wichtiger Baustein in den sommerlichen Planungen verloren. Und nicht zuletzt vermissen die zumeist ehrenamtlichen Leitungsteams ihren Jahreshöhepunkt.

Ersatz muss her, das ist in vielen Pfarrgemeinden und Verbänden keine Frage. Gesucht wird eine Geselligkeit, die unter den gegebenen Abstands- und Hygienevorgaben möglich ist. Da diese sich dynamisch entwickeln, setzen viele auf flexible Lösungen, die sich neuen Anforderungen anpassen können. Von rein digital bis zum Ein-Tages-Ferienlager ist alles dabei.

Wacker: Kinder haben Sehnsucht nach echter Begegnung

Die Regionalbüros für Jugendarbeit im Bistum Münster haben eine Arbeits-Hilfe für die Gestaltung von Angeboten vor Ort herausgegeben. Das Angebot hat viele digital Ideen, soll aber durchaus auch analoge Erlebnisse ermöglichen. „Die Mediennutzung war in den Zeiten des Lockdowns ohnehin intensiv“, sagt Chritan Wacker, Leiter des Referats Religiöses Lernen und Messdienerarbeit. „Was wieder an Aktionen im Freien und mit direkten Begegnung möglich ist, soll genutzt werden können.“

So beschränkt sich das Angebot der Arbeitshilfe unter dem Titel „Ferienfreizeit im Eimer!?“ nicht nur auf das Rudelsingen im Internet oder Bastelanleitungen, die zuhause allein umgesetzt werden können. Auch das Treffen mit ausreichend Abstand auf dem Kirchplatz gehört dazu. „Da wird es vor Ort sicher eine Mischung geben“, sagt Wacker. „Die Sehnsucht nach echten Begegnungen mit anderen Kindern und den Leitern ist jedenfalls groß.“

Das Ferienlager in eine Kiste gepackt

Bei der Katholischen Jugend Oldenburg (KJO) sind die Organisatoren des Bezirk-Zeltlagers noch vorsichtig. Auch weil sie nicht wissen, wie sich die Vorgaben für Kinder- und Jugendfreizeiten in den kommenden Wochen entwickeln. Ihr Ersatzprogramm beschränkt sich daher auf Ideen, die maximal in kleinen Gruppen und zum Großteil via Internet umgesetzt werden können. Im Paket „BEZI in the Box“ gibt es dafür Anregungen für die Zeit, in der eigentlich das Lager mit etwa 80 Teilnehmern stattgefunden hätte.

„Der Verzicht auf den Kontakt mit den Kindern fällt auch den Betreuer schwer“, sagt die Referentin der KJO im Offizialats in Vechta, Laura Tietzel. „Den Pappkarton mit den Materialien wollen viele deshalb persönlich an der Haustür überreichen.“ Eine größere Nähe ist für die KJO-Gruppen noch nicht möglich. „Wenn sich aber neue Möglichkeiten für Begegnungen ergeben, wollen wir die Box nachrüsten.“

Ferienlager-Klassiker dürfen nicht fehlen

Für die 40 Kinder aus der Pfarrgemeinde St. Konrad in Rheine hat sich das Leitungsteam eine Variante ausgedacht, die schon etwas näher an das echte Lagerleben herankommt. Ein Woche lang werden sie jeden Tag im Pfarrheim zu einem Programm zusammenkommen, das sie so ähnlich in der Schützenhalle im Sauerland erlebt hätten. „Natürlich haben wir unser Angebot anpassen müssen“, sagt Hendrik Geers aus dem Vorbereitungsteam. „Die wichtigste Maßnahme ist die Einteilung in Kleingruppen.“ Das verhindert aber nicht, dass auch echte Klassiker dabei sein werden. „Die Nachwanderung“, verrät er. „Vielleicht ist die sogar noch spannender, wenn die Kinder nicht in der großen Gruppen laufen dürfen.“

Bei aller Enttäuschung – es herrscht keine Resignation bei den Akteuren in den Pfarreien und Verbänden. „Es ist halt so, also machen wir das Beste daraus“, beschreibt Christian Wacker die Stimmung. Wichtig sei es aber, den Kindern auch zu vermitteln, dass jeder Ersatz nie die Atmosphäre eines echten Ferienlagers ersetzen können wird. „Dann wäre die Enttäuschung programmiert.“ Die Einschränkungen in diesem Jahr könnten zumindest für 2021 einen positiven Effekt haben, hofft Wacker: „Vielleicht wird das normale Ferienlager für alle Beteiligten dann noch einmal wertvoller.“

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