Schadenshöhe noch nicht absehbar

Finanzskandal in Eichstätt: Beschuldigte teilweise geständig

Beide Beschuldigte im Finanzskandal im Bistum Eichstätt haben ein Teilgeständnis abgelegt. Das bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II. Der frühere stellvertretende Finanzdirektor der Diözese und ein weiterer Mann säßen weiter in Untersuchungshaft. Über mögliche weitere Beschuldigte könne man derzeit nichts sagen.

Den bisher gesicherten Vermögensschaden beziffert die Staatsanwaltschaft auf mindestens eine Million US-Dollar (840.000 Euro). Dabei handele es sich um Bestechungszahlungen. Dies schließe einen tatsächlich höheren Schaden nicht aus.

Bistum: Wir kommentieren Zwischeneinschätzungen nicht

Gleichzeitig betonte die Anklagebehörde in einer Stellungnahme, sie gehe nicht mehr von einer vollständigen Abschreibung der Darlehen von rund 60 Millionen US-Dollar aus. Die ursprünglich „sehr negative Bewertung der Darlehensrückzahlungsansprüche“ werde nun „erheblich in Frage gestellt“. Die neue Einschätzung basiere auf Erkenntnissen zur Struktur der Darlehensverträge und der Darlehensschuldner. Zudem gebe es „inzwischen tatsächlich erfolgte Darlehensrückzahlungen“.

Das Bistum Eichstätt erklärte auf Anfrage, man kommentiere „Zwischeneinschätzungen der Ermittlungsbehörden“ in schwierigen Verfahren grundsätzlich nicht. Eine Anfang Februar beantragte Akteneinsicht sei bislang nicht gewährt worden.

Schadenshöhe noch nicnht abzuschätzen

Eine seriöse Schadens-Schätzung sei noch nicht möglich: „Bei Berücksichtigung sämtlicher bislang bekannt gewordener Parameter dürfte jedoch nach Einschätzung unserer Anwälte ein Schaden im zweistelligen Millionenbereich realistisch sein.“

Theoretisch seien das bis zu 55,15 Millionen US-Dollar, so das Bistum. Dies sei die Gesamthöhe aller derzeit offenen Darlehen. Kredite über 24,4 Millionen US-Dollar seien bereits fällig, aber nicht zurückgeführt worden. Zurückgezahlt seien fünf Millionen US-Dollar.

Das Bistum Eichstätt hatte den Skandal im Februar selbst öffentlich gemacht. Nach Verhaftung der beiden Beschuldigten informierte es darüber, dass Bischof Gregor Maria Hanke im Juli 2017 selbst Strafanzeige gestellt hatte. Der Vorwurf lautet Untreue, Bestechung und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr. Es geht um 30 großteils unbesicherte Kredite zu Projekten auf dem US-Immobilienmarkt.