Bistums-Koordinator: Gemischte Bilanz zu „Frieden. Wie im Himmel so auf Erden?“

Flammer: Friedens-Ausstellung hat kaum von Katholikentag profitiert

Mehr als 40.000 Menschen haben bislang die zwei Ausstellungen des Bistums Münster im Rahmen der großen Schau „Frieden. Von der Antike bis heute“ in vier Münsteraner Museen besucht. Das sagte Projektleiter Thomas Flammer auf Anfrage von „Kirche-und-Leben.de“. Davon entfielen rund 12.000 Besucher auf die Ausstellung „Frieden. Wie im Himmel so auf Erden?“, die das Bistum im LWL-Museum für Kunst und Kultur präsentiert. „Wir waren von einer Zielmarke von 10.000 ausgegangen“, sagte der Professor, der Chef des Instituts für die Geschichte des Bistums Münster an der Münsteraner Universität ist.

Die Friedens-Ausstellungen
Bei dem Ausstellungs-Projekt „Frieden. Von der Antike bis heute“ haben fünf Institutionen in vier Museen zusammengearbeitet: das Archäologische Museum der Universität Münster, der Kunstmuseum Pablo Picasso, das Stadtmuseum Münster und das LWL-Museum für Kunst und Kultur. Anlass für die Ausstellung sind der Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges vor 400 Jahren, der vor 370 Jahren in Münster und Osnabrück mit dem Westfälischen Frieden beigelegt wurde, und das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. | mn

Das zweite Projekt mit dem Titel „Biete Frieden“, an dem sich 14 junge Künstler mit Installationen am und im Dom beteiligen, sei ebenfalls gut angenommen worden. Zwar sei es schwierig zu sagen, wer ausschließlich wegen dieser begleitenden Schau in Münsters Kathedrale gekommen sei; allerdings seien dort etwa 30.000 Faltblätter zur Ausstellung mitgenommen worden. Die Friedensausstellung in Münster endet am 2. September. Zahlen der anderen Museen wollte das LWL-Museum für Kunst und Kultur als Koordinierungsstelle vorher nicht bekannt geben, wie eine Sprecherin „Kirche-und-Leben.de“ mitteilte.

„Unterm Strich bin ich total zufrieden“, sagte Thomas Flammer, „zumal wir ja keinen eigenen Ausstellungsraum hatten und auch nicht auf eine Marketing-Abteilung zurückgreifen konnten.“ Umso mehr erfülle ihn Stolz „auf unser Team, das ja eigens zusammengestellt wurde“.

„Ein Schnäppchen für den Katholikentag“

Kritisch äußerte sich Flammer über den Effekt, den der Katholikentag in Münster für die Ausstellungen gebracht hat. 2.576 Besucher seien während dieser Tage in der Bistums-Ausstellung im LWL-Museum gezählt worden. „Das war schon okay“, sagte Flammer. Ursprünglich jedoch sei die große Friedens-Ausstellung erst später im Jahr geplant gewesen, da im Oktober vor 370 Jahren der Westfälische Frieden geschlossen wurde und im November vor 100 Jahren der Erste Weltkrieg endete. Beide Ereignisse sind die historischen Anlässe für die große Ausstellung.

Thomas FlammerThomas Flammer, Leiter des Instituts für die Geschichte des Bistums Münster an der Universität Münster. | Foto: Michael Bönte

Als dann jedoch der Katholikentag mit demselben Thema nach Münster kommen sollte, sei der Start mit Blick auf das Christentreffen auf Ende April vorgezogen worden. „Ob das die richtige Entscheidung war, wage ich zu bezweifeln“, kritisierte Flammer. Die Ausstellung habe sich so „selbst in den Schatten des Katholikentags“ gerückt.

Dessen Veranstalter habe 20.000 Euro für alle fünf beteiligten Museen zusammen gegeben, dafür hätten die Katholikentagsteilnehmer freien Eintritt gehabt. „Aus kaufmännischer Sicht war das ein Schnäppchen für den Katholikentag“, sagt Flammer. Nach dem Katholikentag sei der Besuch der Ausstellung „sehr schleppend“ gewesen – „nicht zuletzt durch einen heißen Sommer, die Fußball-Weltmeisterschaft, Brückentage und Ferien“.

Lange Nacht der Museen zum Abschluss

Anlässlich einer „Nacht der Museen und Galerien“ am 1. September soll auch der Dom länger geöffnet bleiben.Von 16 bis 23 Uhr werden dazu stündlich Führungen durch die Ausstellung „Frieden. Wie im Himmel so auf Erden?“ im LWL-Museum angeboten, wobei die ersten drei Stunden vor allem für Familien gedacht sind.

Um 17.30 und 20 Uhr wird zu Führungen durch „Biete Frieden“ im Dom eingeladen, um 18.30 Uhr und 21.30 Uhr gibt es Kombi-Führungen durch beide Ausstellungen. Anmeldungen sind nicht erforderlich. „Auf einen Eintrittspreis in die Bistums-Ausstellung verzichten wir an diesem letzten Abend“, kündigte Flammer an.