VATIKAN

Tebartz-van Elst: Rückkehr nach Deutschland nicht ausgeschlossen

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Was der frühere Limburger Bischof über den Verschwendungsskandal denkt, in dessen Zentrum er stand – und was er von Münsters neuem Bischof hält.

Limburgs ehemaliger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat eine Rückkehr nach Deutschland nicht ausgeschlossen. „Ich gehe dahin, wo ich hingeschickt werde“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Das müsse allerdings der Papst entscheiden: „Ich bin in allem, was auf mich zugekommen ist, immer gut beraten gewesen, der Stimme der Kirche zu folgen.“

Über seine Rolle im Skandal rund um drastisch erhöhte Baukosten seines Limburger Bischofshauses denkt Tebartz-van Elst nach eigenen Worten kaum noch nach. „Ach, das ist so lange her. Elf Jahre sind eine lange Zeit. Es verblasst immer mehr.“ Seine Bitte um Verzeihung und Nachsicht gelte jedoch bis heute: „Was ich damals gesagt habe, habe ich aufrichtig, von ganzem Herzen gesagt.“ Wiederholungen könnten Menschen, die ihm nicht glaubten, nicht überzeugen.

Lob für Heiner Wilmer

Tebartz-van Elst begrüßte die Wahl des künftigen Bischofs von Münster, Heiner Wilmer, zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Er habe dessen erste Pressekonferenz Ende Februar im Fernsehen verfolgt. Wilmers geistliche Antrittsrede verdeutliche, dass der Richtige gewählt worden sei. Man müsse schließlich „von dem sprechen, was uns als Christen das Alleinstellungsmerkmal verleiht, von unserem Glauben. Und das heißt vor allem: von unserem Glauben an die Auferstehung.“ 

Es sei von Vorteil, dass die DBK mit Wilmer einen Vorsitzenden gewählt habe, der Italienisch spreche, sagte Tebartz-van Elst. Dadurch könne er den Anliegen der Deutschen im Vatikan Gehör verschaffen: „Man muss die Sprache kennen, sonst sind Sie hier in Rom abgehängt.“

Wer ist Franz-Peter Tebartz-van Elst?

Der Pastoraltheologe Tebartz-van Elst stammt ursprünglich aus dem niederrheinischen Twisteden, heute ein Stadtteil von Kevelaer. Ab 2003 war er als Weihbischof im Bistum Münster für die Region Borken/Steinfurt zuständig. Benedikt XVI. bestätigte 2007 seine Wahl durch das Domkapitel zum Bischof von Limburg.

Nach der Affäre um ausufernde Baukosten für das Diözesane Zentrum „St. Nikolaus“ und Querelen um seine Amtsführung bot Tebartz-van Elst Papst Franziskus 2013 seinen Rücktritt an. Das Kirchenoberhaupt nahm das Gesuch im März 2014 an und ernannte den ehemaligen Limburger Bischof später zum Delegaten im Päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung. Dieser ging 2022 infolge der Kurienreform im Dikasterium für die Evangelisierung auf. Dort ist Tebartz-van Elst bis heute für Katechese zuständig.

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