ZUKUNFT DER KIRCHE

Überlasst den Frauen die Kanzeln der Bischofskirchen!

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Rom hatte der Laienpredigt in Eucharistiefeiern zuletzt eine Absage erteilt. Deshalb seien mutige Schritte notwendig, sagt Ulrike Göken-Huismann.

Im Juli durfte ich bei der Einweihung des Apostelinnenleuchters für Maria von Magdala in der Kirche St. Maria Empfängnis in Mönchengladbach-Venn dabei sein. Papst Franziskus hatte ihren Gedenktag 2016 in den Rang eines Apostelfestes erhoben und sie so als erste Zeugin der Auferstehung Jesu sowie als erste Botin gewürdigt, die die Auferstehung verkündete.

Vatikan lehnt Laienpredigt ab

Die Autorin
Ulrike Göken-Huismann, Goch-Pfalzdorf, ist stellvertretende Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD).

In etlichen Kirchen – auch im Bistum Münster – gibt es mittlerweile neben den „normalen“ Apostelleuchtern einen dreizehnten Leuchter für die Apostelin der Apostel Maria von Magdala oder für die Apostelin Junia. Für das einzigartige Kunstwerk in Mönchengladbach hat die Künstlerin Sonja Töpfer eine 1,80 Meter hohe Figur mit eindrücklichen Gesichtszügen geschaffen. Neben der Figur der Maria besteht der Apostelinnen-Leuchter aus einem fast zwei Meter großen Rollstein, der den Stein symbolisiert, den die Jüngerinnen am Ostermorgen von der Graböffnung Jesu weggerollt finden sowie einer Lichtinstallation hinter dem Stein mit der Botschaft „Jesus lebt“.

Viele Gedanken gingen mir bei der festlichen Einweihung durch den Kopf. Jesus selbst hat Maria Magdalena mit der Verkündigung der Botschaft von der Auferstehung beauftragt. Mit welchem Recht verweigert die katholische Kirche den Frauen immer noch die Predigt, die Homilie in der Eucharistiefeier? Im Juni hatte der Vatikan einen Antrag der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) auf eine Partikularnorm bezüglich Predigterlaubnis abgelehnt. Die Umsetzung des Handlungstextes „Verkündigung des Evangeliums durch Lai*innen in Wort und Sakrament“ des Synodalen Weges ist damit aktuell leider nicht möglich! Die Enttäuschung ist riesengroß! Eine klare Reaktion der DBK steht leider bis heute aus.

Frauen verlassen die Kirche

Der Vatikan selbst konstatiert: „Eine wachsende Zahl von Frauen jeder Altersgruppe und in unterschiedlichen Teilen der Welt fühlt sich im Haus des Herrn nicht mehr zu Hause – bis hin zu dem Punkt, dass sie es vollständig verlassen.“ Mutige, entschlossene Schritte der Verantwortungsträger sind dringend nötig.

Katholische Frauen sind die Trippelschritte in Millimetern auf dem Weg zur Gleichberechtigung „so leid“. Wie wäre es, wenn 2027 an den Hochfesten der Apostelinnen Junia und Maria Magdalena alle Domkapitel der deutschen Bischofskirchen Frauen die Kanzeln für die Homilie zur Verfügung stellen! In Mönchengladbach ist Maria aus Magdala ein sichtbares Hoffnungs-Zeichen für die Gleichberechtigung.

In unseren Gastkommentaren schildern die Autor:innen ihre persönliche Meinung zu einem selbst gewählten Thema. Sie sind Teil der Kultur von Meinungsvielfalt in unserem Medium und ein Beitrag zu einer Kirche, deren Anliegen es ist, die Zeichen der Zeit zu erkennen.

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