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Erklärung der Kreisdekanatskonferenz unterstützt Synodalen Weg

Frauenweihe, Zölibat und mehr: Katholiken im Kreis Borken für Reformen

  • Grundlegende Reformen in der katholischen Kirche fordert die Kreisdekanatskonferenz Borken.
  • Das Gremium unterstützt in einer Erklärung erste Reformbeschlüsse des Synodalen Wegs.
  • Es geht unter anderem um Weiheämter, den Zölibat, die Sexualmoral und das Arbeitsrecht der Kirche.
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Grundlegende Reformen in der katholischen Kirche fordert die Kreisdekanatskonferenz Borken in einer „Stadtlohner Erklärung“. Das Gremium, dem auch Priester – zum Beispiel Kreisdechant Christoph Rensing – angehören, unterstütze erste Reformbeschlüsse des Synodalen Wegs der katholischen Kirche in Deutschland, teilt die Bischöfliche Pressestelle Münster mit.

Die Kreisdekanatskonferenz betont, alle Berufungswege, „also auch kirchliche Weiheämter“, sollten allen Christinnen und Christen offenstehen. Bisher sind Diakonen-, Priester- und Bischofsamt Männern vorbehalten.

„Partnerschaft steht einem Priesterleben nicht entgegen“

Den Zölibat schätze das Gremium „ausdrücklich wert“, wenn er „aus freien Stücken und Überzeugung gelebt“ werde. Partnerschaft und Familie stünden aber „einem glaubwürdigen und segensreichen Priesterleben nicht entgegen“, sondern könnten bei Priestern das Verständnis für diese Lebenssituationen verbessern.

Zur kirchlichen Sexualmoral heißt es, sie entspreche weder heutigen Lebensformen „noch dem aktuellen Stand biologischer und soziologischer Wissenschaften“.

Bitte an Bischof Felix Genn

Die Kreisdekanatskonferenz begrüßt, dass keine kirchlichen Mitarbeitenden mehr wegen ihrer sexuellen Orientierung oder nach einer zivilen Wiederheirat benachteiligt werden sollen. Es sei „wohltuend wahrzunehmen, dass das Bistum Münster in dieser Frage zu den Vorreitern gehört“.

Die Katholiken im Kreis Borken bitten Bischof Felix Genn, sich im Vorfeld der nächsten Vollversammlung des Synodalen Wegs zu den genannten Fragen ähnlich klar zu äußern, wie er es „zur Neuordnung der kirchlichen Sexuallehre und zum kirchlichen Arbeitsrecht bereits getan“ habe.

Warnung vor „erneutem Verschieben“ von Reformen

Die Kreisdekanatskonferenz erklärt, die Mitglieder spürten in den Pfarreien „eine seit langem vermisste Aufbruchstimmung“. Allerdings werde ein „erneutes Verschieben“ von Reformen „zu einer erosionsartigen Auflösung kirchlicher Strukturen und einem nicht mehr umkehrbaren Verlust von Glaubensleben führen“, warnt das Gremium.

Kreisdekanatskonferenzen entstehen in diesen Wochen in allen Kreisdekanaten im nordrhein-westfälischen Teil des Bistums Münster. Sie ersetzen die bisherigen Kreisdekanatsversammlungen und die Kreiskomitees der Katholiken. Dem neuen Gremium gehören also sowohl Vertreter der Amtskirche – darunter Seelsorgende – als auch Laien und Verbandsvertreter an.

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