Prior lobt Teilnahme von Jugendlichen

Frere Alois aus Taize: Mehr Laien an Synoden beteiligen

Zum Ende der Jugendsynode im Vatikan hat sich der Prior der Ökumenischen Gemeinschaft von Taize, Frere Alois, für eine größere Beteiligung von Laien bei künftigen Synoden ausgesprochen. In den vergangenen Wochen sei deutlich geworden, dass die Teilnahme von Jugendlichen die Atmosphäre der Synode stark verändert habe.

„Alles war viel offener, diskussionsfreudiger. Ich würde mir wünschen, dass das Konsequenzen für künftige Synoden hat und man die Einbindung von Laien stärker in den Blick nimmt, sagte Frere Alois der Deutschen Welle am Samstag im Interview. Er habe den Eindruck, dass die Kirche diesbezüglich in einem „Klärungs- und Lernprozess sei.

49 überwiegend junge Gasthörer

An der am Sonntag endenden Bischofsversammlung hatten neben den Bischöfen auch 49 Gasthörer teilgenommen; die Mehrheit von ihnen ist zwischen 18 und 29 Jahre alt. Sie beteiligten sich an den Debatten, sind bei der Abstimmung über das Schlussdokument am Samstag jedoch nicht stimmberechtigt. Auch Frere Alois (64) hatte auf Einladung von Papst Franziskus als Sondergast an der Jugendsynode teilgenommen.

Mit Blick auf die Debatte um ein Stimmrecht für Ordensfrauen bei der Synode sprach sich der Prior für Neuerungen aus. Es sei nicht mehr verständlich, dass die an der Synode teilnehmenden Ordensmänner abstimmen dürften, die Ordensfrauen jedoch nicht. Weltweit gibt es wesentlich mehr Ordensfrauen als Ordensmänner, doch hier sind sie völlig unterrepräsentiert. Das sollte bei der nächsten Synode anders werden.

Rasche Veränderungen nicht zu erwarten

Zugleich verwies Frere Alois darauf, dass rasche Veränderungen nicht zu erwarten seien. Gerade weil die tieferen anthropologischen Fragen in der Weltkirche unterschiedlich gesehen würden, brauche es Zeit, Antworten zu finden. Bei der aktuellen Jugendsynode seien sich jedoch viele Bischöfe jedoch einig gewesen, dass es darum gehen müsse, den Jugendlichen zuzuhören und die Menschen so anzunehmen, wie sie sind - gerade was Fragen der Sexualität angeht. Die Kirche solle ein Ort sein, an dem alle willkommen sind und begleitet werden, und zwar ohne Bedingungen und Bevormundung.