Projekt sorgt für ökologisches, nachhaltiges und faires Essen

„Friedensteller“ füllt die Mägen der Katholikentags-Helfer

Das gab es noch nie: Ein Großteil der etwa 2.000 freiwilligen Helfer beim Katholikentag vom 9. bis 13. Mai in Münster soll zum Mittagessen mit einem „Friedensteller“ versorgt werden. Die Rezepte dafür sind extra nach ökologischen, fairen und nachhaltigen Kriterien entwickelt worden. Im besten Fall könnte mit den maximal 4.500 Gerichten an den drei Kerntagen so viel Kohlendioxid eingespart werden, wie zwei Menschen in einem Jahr durchschnittlich produzieren.

Dieser Wert ist nicht aus der Luft gegriffen, wie Petra Tenscheid, Leiterin des Instituts für Nachhaltige Ernährung der Fachhochschule Münster, bei der Vorstellung des Projekts erklärte. „Wir haben das mit Blick auf die Ökologie, auf die Gesundheit und auf die Fairness für Mensch und Tier genau geprüft.“ Entstanden sind so, quasi im Labor, zwölf Gerichte, aus denen sich die Helfer mittags ihr Essen aussuchen können. Alle Angebote sind vegetarisch, zum Teil sind sie vegan.

Nicht nur nachhaltig, auch lecker

So könnten sich die Freiwilligen etwa ein Menü aus Spinat-Quiche, Linsensuppe und Apfel-Crumble zusammenstellen. In der Mensa am Aasee sowie in der Kantine der Bezirksregierung am Domplatz sind täglich etwa 1.550 Helfer-Essen eingeplant.

Für das Institut und seine Kooperationspartner ist das zugleich ein Praxistest, erklärte Tenscheid. „Unsere Grundidee ist es, genau zu schauen, wie ein nachhaltiger Lebensstil für den Bereich der Außer-Haus-Gastronomie fassbar gemacht werden kann.“ Was daraus wissenschaftlich entwickelt werde, müsse sich aber auch in der Praxis bewähren. Die Rückmeldungen von den Köchen aus den Großküchen seien deshalb wichtig. Eines sei bereits klar: „Bei aller Nachhaltigkeit und Gesundheit – es muss vor allem schmecken, sonst bleibt der Teller stehen.“

Für den Geschäftsführer des Katholikentags, Roland Vilsmaier, ist das Projekt eine Weiterentwicklung des ökologischen und nachhaltigen Gedankens, der seit Längerem eine immer wichtigere Rolle in der Konzeption des Großereignisses spielt. Die Idee, die Umwelt bei den Veranstaltungen möglichst intensiv zu schonen, etwa im Nutzen von saisonalen und regionalen Bioprodukten, sei auch eine Botschaft des Treffens. „Ich hoffe, dass dadurch ein Impuls gesetzt wird, der über den Katholikentag und Münster hinausgeht.“

Rezepte für Einrichtungen des Bistums

Darin sieht auch Thomas Kamp-Deister vom Bischöflichen Generalvikariat Münster eine Herzensangelegenheit der Kirche. Er begleitet als Referent der Fachstelle Weltkirche das Projekt, das auch von der Stadt Münster und von der Stiftung „Umwelt und Entwicklung“ NRW unterstützt wird. „Die Fragen der Ernährung sind ein wichtiges Kapitel“, sagte er. Die kirchlichen Einrichtungen im Bistum werde er auf die Möglichkeit hinweisen, die Rezepte in ihre Kantinenpläne aufzunehmen.

Eine Werbekampagne soll helfen, die Idee zu verbreiten. So soll in Kürze eine Internet-Seite freigeschaltet werden, auf der die Rezepte zu finden sind. Auch dabei erhoffen sich die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Instituts für Nachhaltige Ernährung weitere Rückmeldungen, wie die Umsetzbarkeit in den unterschiedlichen Küchengrößen funktioniert, vom Single-Haushalt bis zur Großküche. Kontakt haben sie dafür mit weiteren Kantinen aufgenommen, die den Friedensteller im Anschluss an die Großveranstaltung auf ihren Speiseplan stellen werden.