Sant'Egidio will starkes Zeichen gegen Terrorismus und Konflikte setzen

Friedenstreffen in Münster soll Solidarität Europas stärken

Das Weltfriedenstreffen der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio in Westfalen im September will laut den Organisatoren auch die Solidarität in Europa fördern. Die Rolle Europas werde derzeit oft infrage gestellt, sagte Sant'Egidio-Präsident Marco Impagliazzo am Freitag in Rom. Dies zeige sich etwa an der mangelnden Unterstützung Italiens in der Flüchtlingskrise durch einige europäische Länder. „Wir wollen gerade aus dem Herzen Europas eine starke Friedensbotschaft senden, unabhängig von der Krise, die die Konstruktion Europa in den vergangenen Monaten aus vielen Gründen durchlebt“, so Impagliazzo.

Es gelte ein starkes Zeichen gegen Terrorismus und Konflikte zu setzen, die zu Toten und tausenden von Flüchtlingen führten sowie Religionen instrumentalisierten. Im Mittelpunkt des Treffens vom 10. bis 12. September in Münster und Osnabrück stehen die Themen Flucht, Armut, Gerechtigkeit und Umweltschutz. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Wege des Friedens“. Laut Sant'Egidio handelt es sich um die größte weltweite Versammlung für den Frieden in diesem Jahr.

Prominente Teilnehmer aus Religion und Politik

Zur Eröffnungsfeier in Münster wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet, ferner Gesundheitsminister Hermann Gröhe, der Ex-Präsident des Europaparlaments Hans-Gert Pöttering sowie Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier werde entgegen früherer Spekulationen nicht kommen, hieß es. Von kirchlicher Seite sind als Gastgeber die Bischöfe von Münster und Osnabrück, Felix Genn und Franz-Josef Bode, sowie viele weitere deutsche Bischöfe dabei.

Als weitere Teilnehmer nannte Sant'Egidio EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani, den Großimam der Kairoer Al-Azhar-Universität, Ahmed al-Tayyeb, Kurienkardinal Peter Turkson sowie den vatikanischen Ökumene-Beauftragten Kardinal Kurt Koch und dessen Amtsvorgänger Kardinal Walter Kasper. Auch der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, der Patriarch der orthodoxen Kirche von Antiochien, Johannes X. Yazigi, und Nigers Präsident Mahamadou Issoufou sagten den Angaben zufolge ihr Kommen zu. Erwartet wird weiter der Sultan von Sukoto, Muhammad Sa'ad Abubakar, der geistliche Führer der nigerianischen Muslime.

Treffen seit 1986

Die 1968 in Rom entstandene katholische Bewegung Sant'Egidio veranstaltet die Weltfriedenstreffen jährlich an wechselnden Orten. Sie stehen in der Tradition einer von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) begründeten Initiative. Dieser hatte 1986 erstmals Religionsführer aus aller Welt zu einem Treffen in Assisi zusammengerufen.