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Viele Menschen wollen zum Jahreswechsel ganz neu beginnen. Warum die Chancen gut stehen, erklärt Martin Zumbült.
Das neue Jahr ist gerade mal eine Woche alt, noch immer wünschen wir uns ein „frohes Neues“. Glück soll es bringen und Gesundheit. Das ist auch gut und richtig. Es soll ja froh und glücklich werden. Gesundheit ist doch das Allerwichtigste. Es ist ein wenig so, als hätte dieses eine Datum die Reset-Taste gedrückt, und viele wünschen sich, man könne von vorn beginnen.
Alles auf Null setzen und jetzt vieles besser machen als vorher: mehr Sport, gesünder essen, mit dem Rauchen aufhören und auch sonst ein besserer Mensch werden. Was dabei gut und was besser ist, entscheidet jede und jeder für sich persönlich. Doch der Zyniker weiß schon lange, dass der Weg zur Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert ist. Denn die Bestandsaufnahme im Februar oder März ist meist sehr ernüchternd.
Schlechte Nachrichten zum Jahresstart
Der Autor
Martin Zumbült, Theologe, Jurist und Kirchenrechtler, ist Diözesanrichter am Bischöflichen Offizialat in Münster sowie Ehebandverteidiger am Bischöflichen Offizialat in Aachen.
Schlechte Gewohnheiten sind schwer zu überwinden. Dieses junge Jahr hat zudem mit derart schlechten Nachrichten begonnen, dass man sogleich die Hände wieder in den Schoß legen möchte: die Trauer um die vielen Toten in Crans Montana und das greifbare Ende einer regelbasierten Weltordnung, das für uns Europäer das diplomatische Parkett glatter gemacht hat als jede vereiste Straße dieser Tage.
Weltpolitik richtet sich nicht nach dem Kalender. Was soll an diesem neuen Jahr also noch froh und glücklich sein? Ich meine, genau so viel wie Weihnachten „froh“ sein kann: Ein knallharter Sozialfall in prekären Verhältnissen, mit Unsicherheit, Flucht und Angst, mit schlechter Sozialprognose und wenig Aussicht auf Erfolg, stellt mittelfristig alles auf den Kopf und gibt selbst dem Geringsten Hoffnung und Perspektive.
Eine Frage des Wollens
Erst wenn wir diese Hoffnung aufgeben, brauchen wir uns kein Glück mehr zu wünschen. Und wenn wir als Christen das richtig machen und das, was er gepredigt hat, ernst nehmen, dann ist das keine Jenseitsvertröstung, sondern dann haben wir hier und jetzt schon die Chance auf ein glückliches Leben.
Das gilt für unseren eigenen Alltag zu Hause, wie auch für alle, die Verantwortung für große Gemeinwesen tragen. Großes entsteht im Kleinen, und Glücklichsein ist auch eine Frage des Wollens. Frohes Neues!
In unseren Gast-Kommentaren schildern die Autor:innen ihre persönliche Meinung zu einem selbst gewählten Thema. Sie sind Teil der Kultur von Meinungsvielfalt in unserem Medium und ein Beitrag zu einer Kirche, deren Anliegen es ist, die Zeichen der Zeit zu erkennen.