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Gast-Kommentar von Lena Bröder: Glaube in Gemeinschaft stärkt – auch heute

Frühere „Miss Germany“: Religionsunterricht ist mehr als Lernen

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Lena Bröder war „Miss Germany“ 2016. Die ausgebildete Lehrerin für Katholische Religion unterrichtet das Fach derzeit nicht. Woran das liegt, warum es ihr fehlt und was das Fach leisten kann, beschreibt sie in unserem Gast-Kommentar.

Meine Kindheitserinnerungen an den Religionsunterricht und das Erleben einer Kirchengemeinde sind durchweg positiv. Ich hatte immer das Glück, keine missionierenden Leh­rerInnen gehabt zu haben, sondern solche, die Wege zeigen, mich aber in keine Richtung drängen wollten.

Schon früh hatte ich auch direkten Einblick in Abläufe innerhalb der Kirche, zum Beispiel Gottesdienste, da ich einen katholischen Kindergarten direkt neben der Kirche besuchte und wir Kinder für Krippenspiele, Erntedank-Gottesdienste etc. von klein auf mit eingebunden worden sind. Die Aktivitäten erweiterten sich später noch als Sternsingerin und im Miterleben von Aktionen der Pfadfinder.

Das Fach gern unterrichtet

Als ich nach meinem Abitur beschlossen hatte, dass ich Lehramt studieren möchte, fiel die Wahl durch meinen Glauben und die Erfahrungen aus Kindheit und Jugend auf das Unterrichtsfach Katholische Religion. Heute, zwölf Jahre nach dem Abitur, acht Jahre nach dem Studium und noch einmal einige Jahre nach dem Referendariat unterrichte ich das Fach nicht mehr.

Die Autorin
Lena Bröder, geboren 1989 in Göttingen, lebte längere Zeit in Nordwalde (Kreis Steinfurt), hat katholische Religion und Arbeitslehre studiert, absolvierte ihr Referendariat in Havixbeck (Kreis Coesfeld), und lebt heute als Lehrerin in der Nähe von Nienburg. 2016 gewann sie den Titel „Miss Germany“.

Wenn ich das den Menschen erzähle, sind viele verwundert. Weil ich in meinem Amtsjahr als Miss Germany 2016 viele Veranstaltungen mit Bezug zur Kirche besucht habe und Papst Franziskus im Rahmen einer Audienz persönlich treffen durfte. Und immer voller Freude erzählt habe, wie gerne ich das Fach unterrichte.

Warum ihr der Religionsunterricht fehlt

Mittlerweile bin ich an einer Schule in Niedersachsen tätig in einer Region, wo nur sehr wenige Menschen katholisch getauft sind. Die meisten Schü­lerInnen nehmen am evangelischen Unterricht teil und die zwei sehr kleinen Lerngruppen, die katholisch unterrichtet werden, betreut eine Kollegin. Mir bleibt nur die Hoffnung auf einen konfessionell-kooperativen Religionsunterricht, um mal wieder Luft zu schnuppern.

In Zeiten wie heute fehlt mir der Religionsunterricht sehr. Bereits in früheren Zeiten wurde mir deutlich, dass wir RelilehrerInnen die Ansprechpartner in Krisensituationen sind und die SchülerInnen ihren Raum finden, um über Geschehnisse in der Welt zu sprechen.

Wie der Glaube hilft

Gerne habe ich mit meinen SchülerInnen in der Bibel gelesen, um festzustellen, dass die Menschen früher ähnlich freudige, aber auch viele grausame Erfahrungen wie wir Menschen heute durchleben mussten. Um dann festzustellen, dass der Glaube an Gott, Nächstenliebe und der Zusammenhalt innerhalb einer Gemeinschaft sehr viel Hoffnung und Kraft in oft ausweglosen Zeiten geben kann.

In unseren Gast-Kommentaren schildern die Autor:innen ihre persönliche Meinung zu einem selbst gewählten Thema. Sie sind Teil der Kultur von Meinungsvielfalt in unserem Medium und ein Beitrag zu einer Kirche, deren Anliegen es ist, die Zeichen der Zeit zu erkennen.

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