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Verein „Bridge of Hope“ baut Schulen und vermittelt Patenschaften

Für eine bessere Zukunft - Ahlener Gemeinde unterstützt indisches Dorf

  • Zwischen der Ahlener Pfarrgemeinde St. Bartholomäus und dem indischen Dorf Madepalli besteht ein reger Austausch.
  • Pfarrer Joseph Thota hat in seiner Pfarrei im Bistum Münster einen Unterstützerkreis namens „Bridge of Hope“ aufgebaut.
  • Die Ahlener Förderer machen auch weiter, nachdem Pfarrer Thota 2023 in seine Heimat zurückgekehrt sein wird.
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Wenn Pfarrer Joseph Thota im Januar 2023 in seine Heimat Indien zurückkehrt, werden nicht nur Erinnerungen an seine Zeit als Seelsorger in der Ahlener Pfarrgemeinde St. Bartholomäus zurückbleiben. Denn seit Beginn seiner Tätigkeit im Bistum Münster im August 2012 hat der katholische Priester viele Brücken zwischen Ahlen und Madepalli gebaut und den Menschen in seinem Dorf Hoffnung geschenkt.

Madepalli ist ein Dorf, beziehungsweise ein Ortsteil von Eluru, einer Stadt im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh und Verwaltungssitz des Distrikts West Godavari und hat rund 214.000 Einwohner. Eluru wiederum gehört zur Diözese Kurnool, in der laut Angaben von Joseph Thota etwa 200.000 Katholiken leben. In Madepalli bekennen sich 4000 Menschen zum katholischen Glauben.

Unberührbare in Indien werden weiterhin diskriminiert

Das hinduistische Kastensystem ist in Indien offiziell längst abgeschafft. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus – besonders auf dem Land. Noch immer werden die Mitglieder der untersten Kaste und die sogenannten Unberührbaren diskriminiert, berichtet Pfarrer Thota, der gerade von einem fünfwöchigen Besuch aus Indien zurückgekehrt ist. Etwa 25 Prozent der Einwohner Madepallis sind sehr arm und verrichten die niedrigsten Arbeiten wie zum Beispiel das Fegen der Straßen.

„Bridge of Hope“ will helfen

Christian Tripp, Pfarrer Joseph Thota und Gerd Buller (von links). | Foto: Maria Kessing
Christian Tripp, Pfarrer Joseph Thota und Gerd Buller (von links). | Foto: Maria Kessing

Diesen Menschen will die von Pfarrer Thota 2013 gegründete Stiftung „Bridge of Hope“ helfen. Mit Spenden, die er in Ahlen unter anderem mit Kollekten bei Trauungen, Beerdigungen oder Taufen sammelt. Es gibt inzwischen aber auch viele Gemeindemitglieder, die bei runden Geburtstagen oder anderen Anlässen auf Geschenke verzichten und stattdessen um Spenden für die Projekte in Indien bitten. Und diese Gelder werden für verschiedene Projekte eingesetzt.

Dazu zählen die Finanzierung von Schulen, die medizinische Versorgung, Hilfen zur Selbsthilfe und die Vermittlung von Patenschaften. Inzwischen unterstützen etliche Ahlener 100 Patenkinder aus ärmlichen Verhältnissen. Mit 25 bis 50 Euro im Monat geben sie dem Kind beziehungsweise Jugendlichen die Möglichkeit, neben dem Schulbesuch auch Zugang zu gesunden Lebensmitteln und einer medizinischen Grundversorgung zu erhalten.

Verantwortungsvoller Umgang mit Spenden

„Alle Spendengelder kommen eins zu eins bei den Menschen an“, berichtet Christian Tripp, der einer von zwei Vorsitzenden des Freundeskreises „Bridge of Hope“ ist, der sich im Juli 2021 gegründet hat. Ehrenamtliche Helfer vor Ort in Madepalli, darunter Pfarrer Thotas Bruder Anthony und ein Team von etwa 50 Menschen, garantieren einen verantwortungsvollen und immer nachvollziehbaren Einsatz der Spendengelder. Die Kontrolle unterliegt der regelmäßigen Prüfung durch den Finanzausschuss der Kirchengemeinde St. Bartholomäus, die auch Spendenbescheinigungen ausstellt.

Weitere Informationen und das Spendenkonto unter: www.Bridge-of-Hope-Ahlen.de

Schon mehrfach haben Gemeindemitglieder Pfarrer Thota auf Reisen in seine Heimat begleitet und dort ihre Patenkinder persönlich kennengelernt, darunter auch Gerd Buller. Sie konnten sich vor Ort über die Aktivitäten und Erfolge der Arbeit von „Bridge of Hope“ informieren, Freundschaften schließen und weitere Begegnungen organisieren. Buller gehört ebenfalls dem Vorstand des Freundeskreises an, der sich dafür einsetzt, dass die Brücken nach Indien nicht abreißen, wenn Joseph Thota in seine Heimat zurückkehrt.

Zukunftspläne in Indien

Bei verschiedenen Veranstaltungen, zuletzt im Juni beim Stadtfest in Ahlen, wirbt der Freundeskreis um weitere Unterstützung. Die Öffentlichkeitsarbeit soll fortgesetzt und intensiviert werden, so Gerd Buller. Bei einem Kinderflohmarkt am 13. August sollen wieder Spenden gesammelt werden. Denn Joseph Thota hat sich viel vorgenommen, wenn er wieder in Indien ist. Er möchte ein Kinderheim für Waisen und ein Care-Home-Zentrum als Sitz der Stiftung errichten. Dafür soll weiter an der Brücke der Hoffnung zwischen Ahlen und Madepalli gebaut werden.

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