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Pfarrer Schießler zur Fußball-WM: Gucken trotz Trump, Infantino, Kommerz?

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Kommerzialisierung, Politik – die WM bleibt umstritten. Und was ist mit betenden Fußballern und den Außenseiter-Teams?

Von KNA

Der Münchner Pfarrer Rainer Maria Schießler (65) ist trotz Kritik begeistert von der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft. „Ich lasse mir die Freude an der WM von niemandem nehmen. Es wäre fatal, wenn solche Schädln wie Trump oder FIFA-Präsident Infantino den Sport bestimmen oder ihm seinen Sinn nehmen würden“, sagt der Priester der Kirchenzeitung der Diözese Linz in Österreich.

Natürlich finde ein solches Turnier in einem Umfeld statt, in dem es oft um Geld und Macht gehe, räumt Schießler ein. Deshalb sei es umso wichtiger, „dass wir uns den Fußball nicht kaputtmachen lassen“.

Pfarrer Schießler über betende Fußballer

Darauf angesprochen, dass sich einige Fußballer vor dem Spiel bekreuzigen oder nach einem Tor die Arme zum Himmel strecken, sagt der Geistliche: „Ein größeres Geschenk können uns diese Fußballer kaum machen, als offen zu zeigen, dass sie gläubig sind.“ Es sei großartig, wenn Leute, die in der Öffentlichkeit stünden, auch mit ihrer Religion aufträten.

Schießler zufolge kann man vom Fußball das Prinzip lernen: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Nach Rückschlägen gibt es immer eine neue Chance. Es geht nicht nur um Sieger und Verlierer.“

Pfarrer Schießler über die kleinen Nationen und Außenseiter

Gerade bei der WM seien eigentlich alle Gewinner, so Schießler: „Schauen Sie sich die kleinen Nationen an oder die Teams, die sich erstmals qualifiziert haben. Die jubeln oft schon über die Teilnahme, als hätten sie den Pokal gewonnen.“

Ihn selbst habe in der Jugend die WM 1974 in Deutschland geprägt, erzählt Schießler. „Dass wir 1974 Weltmeister wurden, war ein unglaubliches Gefühl. Vor allem habe ich als damals 14-Jähriger erlebt, was dieses sportliche Großereignis für die Generation meiner Eltern bedeutet hat. Sie waren vom Krieg gezeichnet, seelisch verletzt. Die WM hat ihnen ein Stück Würde zurückgegeben, das die Nazizeit geraubt hatte.“

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