Katholische Marienschule nimmt an bundesweitem Projekt teil

Fußballbund DFB macht Schülerinnen aus Münster zu Trainerinnen

Am deutschlandweiten Projekt „DFB-Junior-Coach“ des Deutschen Fußballbunds (DFB) nimmt in diesem Jahr die katholische Marienschule Münster teil. Mit zwei Referenten des Fußball- und Leichtathletik-Verbands Westfalen und Lehrer Simon Niehaus bestreiten Schülerinnen aus Münster die 40 Lerneinheiten zur Ausbildung. Mit dabei sind 13 Mädchen von der Marienschule und jeweils eine Jugendliche von der Erna-de-Vries-­Realschule, dem Gymnasium Paulinum und dem Kardinal-von-Galen-Gymnasium.

An vier Tagen lernen die Schülerinnen mit dem vom DFB ausgewählten Inhalt, was man braucht, um als Leiter aktiv zu werden, sei es im Fußball, in einem anderen Sport oder ­sozialen Ehrenamtsfunktionen. „Uns und dem DFB ist es besonders wichtig, dass die Schülerinnen in der Persönlichkeitsentwicklung gefördert werden und dass sie lernen, Verantwortung für eine Gruppe zu übernehmen“, erläuterte Lehrer Simon Niehaus. „Auch ist es wesentlich, wie man sich vor einer Gruppe präsentiert, sie leitet und eine Gemeinschaft entstehen lässt.“

Sportlicher Reli-Lehrer

Niehaus ist zwar Geschichts- und Religionslehrer, übernimmt aber die Organisation des ­Projekts, da er selbst auch eine Trainer-Lizenz im Fußball innehat. Ulrike Meyer und Janis Hohenhövel vom Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen wurden vom DFB berufen, die Leitung zu übernehmen.

Von Janis Hohenhövel und Ulrike Meyer (rechts) vom Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen lernen die Schüler, was es heißt, Trainerin zu sein. | Foto: Melanie PlochVon Janis Hohenhövel und Ulrike Meyer (rechts) vom Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen lernen die Schüler, was es heißt, Trainerin zu sein. | Foto: Melanie Ploch

Sie zeigen den Schülerinnen, wie man eine Übungsstunde in einer Fußball-AG oder beim Training im Verein gestalten kann. Unter anderem mit dem Negativ-Beispiel einer langen Reihe, die nacheinander aufs Tor schießt, stellen die Referenten dar, wie man es nicht machen sollte. Nach der durchgeführten Einheit besprechen Referenten und Schülerinnen, was daran nicht so gut war.

Sicherheit der angehenden Trainerinnen

Es sind zu viele Spieler nicht in Bewegung, sind sich alle einig. Die Schülerinnen sollen nun selbst aktiv werden und sich ­Alternativen ausdenken. Dafür schießen sie in kleineren Gruppen auf das Tor und stellen Hütchen auf. Schon sei die Übung aktiver.

Es sei den Referenten auch wichtig, dass sich die Schülerinnen sicher fühlen: „Wir klären sie über rechtliche Grundlagen auf und zeigen ihnen, wie man Erste Hilfe leistet“, berichteten Meyer und Hohenhövel. Theorie und Praxis werden spielerisch gemischt.

Nicht nur nützlich für den Fußball

Dorothea Linden und Sophia Wilkmann macht die Ausbildung Spaß. Dorothea erzählt, sie sei zwar großer Fußballfan, möchte den Kurs jedoch vor allem als Trainerin beim Turnen in Emsdetten nutzen. Und auch Sophia kann es sich vorstellen, in ihrer Gardetanzgruppe in Sprakel als Leiterin aktiv zu werden.

„Mir gefällt gut, dass wir auch eine gewisse Sicherheit lernen und wissen, was bei Schwierigkeiten oder Notfällen zu tun ist“, erzählte Sophia. Dorothea ist es vor allem wichtig, „nicht als böse Trainerin“ zu gelten, sondern gemeinsam mit den Kindern Spaß zu haben.

Prüfung im Dezember

Im Dezember steht die Prüfung an. Dabei sollen die künftigen Trainerinnen 45 Minuten einer AG der fünften und sechsten Klasse leiten. Im Januar erhalten sie dann das Zertifikat und können als Leiterin oder Trainerin durchstarten. „Schülerinnen aus der letzten Ausbildung leiten jetzt erfolgreich die Fußball-AG hier an der Marienschule“, berichtete Lehrer Simon Niehaus stolz.

16 Schülerinnen von vier münsterschen Schulen nehmen an dem Projekt „DFB-Junior-Coach“ des Deutschen Fußballbunds teil. | Foto: Melanie Ploch16 Schülerinnen von vier münsterschen Schulen nehmen an dem Projekt „DFB-Junior-Coach“ des Deutschen Fußballbunds teil. | Foto: Melanie Ploch

Die Idee zur Bewerbung am Projekt „DFB-Junior-Coach“ hatten er und Klaus Weiling vom Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen. Zwar richtet sich das DFB-Coaching an Jungen und Mädchen, doch beide wollten speziell Schülerinnen in der Rolle als Trainerin fördern. Niehaus ist froh, dass Schülerinnen aus vier münsterschen Schulen in der Marienschule zusammenkommen.

Der DFB bietet das Projekt bundesweit an. Die 40 Trainingsstunden werden dabei von ihm übernommen, um junge Nachwuchstalente zu fördern und ihnen den Einstieg in die Trainertätigkeit zu ermöglichen.