Professor in Vechta wurde 79 Jahre alt

Galen-Experte Joachim Kuropka ist tot

  • Der Historiker Joachim Kuropka ist tot.
  • Der ehemalige Professor für Neueste Geschichte in Vechta starb im Alter von 79 Jahren, wie „Kirche-und-Leben.de“ im Umfeld der Familie bestätigt wurde.
  • Im kirchlichen Raum war Kuropka vor allem für seine Forschungen zu Kardinal Clemens August Graf von Galen bekannt.
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Der Historiker Joachim Kuropka ist tot. Der ehemalige Professor für Neueste Geschichte an der Universität Vechta starb am 22. Februar im Alter von 79 Jahren in Borken im Münsterland, wie „Kirche-und-Leben.de“ im Umfeld der Familie bestätigt wurde. Im kirchlichen Raum war Kuropka vor allem für seine Forschungen zu Kardinal Clemens August Graf von Galen bekannt.

Kuropka, am 20. September 1941 in Schlesien geboren, lehrte von 1982 bis zur Emeritierung 2006 als Professor in Vechta. Studiert hatte er an der Universität Münster.

„Herzlich und kollegial“

Sein Arbeitsschwerpunkt war die Zeit des Nationalsozialismus. Mehrere Bücher und Aufsätze widmete er der Rolle der katholischen Kirche in jener Zeit und dem Wirken des aus Dinklage nahe Vechta stammenden Bischofs von Münster und späteren Seligen Clemens August von Galen.

Professor Thomas Flammer, Leiter der Abteilung „Kunst und Kultur“ im Bischöflichen Generalvikariat Münster, würdigte Kuropkas „herzliche Art“. Er sei „über historische Schulen hinweg immer sehr offen mit Tipps und weiterführenden Hinweisen zu relevanten Quellen“ gewesen, so Flammer nach Angaben der Bischöflichen Pressestelle.

Mehrfach ausgezeichnet

Auch wenn man aus historischer Perspektive unterschiedlicher Meinung gewesen sei, habe Kuropka zwischen sachlicher und menschlicher Ebene stets getrennt, sagte Flammer. Besonders für die Universität Vechta sei Kuropkas Tod ein großer Verlust, da ihm der Studienstandort Vechta „eine wirkliche Herzensangelegenheit“ gewesen sei.

Das Lebenswerk des Historikers ist mehrfach ausgezeichnet worden, so durch den Verband Oldenburgische Landschaft und mit dem Verdienstorden des Landes Niedersachsen. Zuletzt erhielt er den August-Benninghaus-Preis.

Zuletzt mit dem August-Benninghaus-Preis

Kuropka habe „in seinen zahlreichen Veröffentlichungen zum Widerstand aus christlicher Motivation in der NS-Zeit und zur Katholizismusforschung furchtlos und mutig die historische Wahrheit dargelegt“, teilt der „Freundeskreis P. August Benninghaus SJ“ mit. Er vergibt die Auszeichnung.

Der Preis ehre Personen, „die sich durch Forschung und Veröffentlichungen zu Glaubenszeugen oder durch karitative Tätigkeiten im Sinne von Pater Benninghaus ausgezeichnet haben". Der Jesuit starb den Angaben zufolge am 20. Juli 1942 im Konzentrationslager Dachau im Alter von 61 Jahren an den Folgen von Hunger und Misshandlung.

Update 18.10 Uhr: Würdigung Thomas Flammer aus dem Generalvikariat Münster.

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