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In Stuttgart tagt der Synodale Weg letztmals. Mit dabei: Finja Miriam Weber als Synodale. Sie schreibt vor allem den Bistümern einiges ins Stammbuch.
Aus dem Synodalen Weg heraus wurde 2023 der Synodale Ausschuss als Nachfolgegremium zur Synodalversammlung eingerichtet. Eine Arbeitsgruppe des Synodalen Ausschusses, die Kommission 2, hat sich mit dem Monitoring der Beschlüsse des Synodalen Wegs befasst. Ziel war es aufzuzeigen, wie der Stand der Umsetzung ist.
Hierfür wurden die Handlungstexte aus der Synodalversammlung, in welchen praktische Maßnahmen beschlossen wurden, herangezogen. Die daraus hervorgegangenen Aufträge wurden Adressaten zugeordnet und im Rahmen von zwei großen Umfragen an alle Diözesanbischöfe, die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) geschickt.
Die Rückmeldungen der Befragten zeigten, welche Diözesen aktiv an der Umsetzung der Beschlüsse gearbeitet und darüber informiert haben – und welche sich nicht dazu äußern wollten, ob und welche Beschlüsse sie umgesetzt haben.
Noch keine Antwort auf den Brief nach Rom
Die Autorin
Finja Miriam Weber ist Mitglied der Synodalversammlung (und des Forum III) und des Synodalen Ausschusses (und der Kommission II). Sie studiert katholische Theologie und Geographie auf Lehramt (Master of Education).
Die Diözesen, welche sich zurückgemeldet haben, haben ihr Tun dokumentiert und veröffentlicht, gelungene Aspekte herausgestellt und Hindernisse aufgezeigt. Es zeigte sich, dass alle beteiligten Diözesen, sowie die DBK und das ZdK sich bemüht haben, die Texte des Synodalen Wegs umzusetzen.
Doch es bleibt vieles offen. Nicht nur, dass sich einige Diözesen nicht beteiligt haben. Auch bei anderen Diözesen bleiben viele Aufgaben aus unterschiedlichsten Gründen unbearbeitet, die von Zurückhaltung oder dem Abwarten auf Antworten aus dem Vatikan bis hin zu zeitlichen und finanziellen Ressourcen, welche nicht in dem Maß zur Verfügung stehen, gehen. Auch die DBK und das ZdK warten nach wie vor auf Antworten auf ihren Brief an den Vatikan, in welchem sie viele Anliegen des Synodalen Wegs weitergegeben haben.
Was jetzt dran ist - fünf Punkte
Die großen Herausforderungen sind aber, dass vieles nicht transparent gemacht wird, dass Ressourcen selten zusammen genutzt werden und der Austausch zwischen den Diözesen nur vereinzelt zu erkennen ist. Die „kirchlichen Mühlen“ mahlen sehr langsam, man sieht oft keine Entwicklung.
Damit der Synodale Weg jetzt nicht im Sand verläuft, muss
1. eine größere Transparenz entstehen. Die Bischöfe müssen Auskunft geben und Lai*innen sollten dies erfragen.
2. deutlich werden, wo an Themen gearbeitet wird. Bistümer sollten offen kommunizieren, wo sie in der Bearbeitung stehen.
3. die Synodale Konferenz als Nachfolgegremium das Thema Monitoring weiter im Blick behalten.
4. Mut und Kreativität genutzt werden, um vor Ort Neues auszuprobieren.
„Niemand soll dich wegen deiner Jugend geringschätzen!“, ermutigt der 1. Timotheusbrief (4,12) seinen Empfänger Timotheus. Und in der 1.500 Jahre alten Benediktsregel rät der heilige Benedikt, bei wichtigen Dingen alle Brüder anzuhören, „weil der Herr oft einem Jüngeren offenbart, was das Bessere ist“ (RB 3,3). Darum kommen in unserer Rubrik „Der junge Kommentar“ ausdrücklich Autor:innen unter 30 Jahren mit ihrer persönlichen Meinung zu einem selbst gewählten Thema zu Wort. Sie sind ein Beitrag zu einer Kirche, deren Anliegen es ist, die Zeichen der Zeit zu erkennen.