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Der Theologe Johannes Hartl legt einen neuen Kongress auf. Was die Bischöfe Stefan Oster und Bertram Meier dort sagten.
Der Augsburger Bischof Bertram Meier hat die Einheit der Christen über Konfessionsgrenzen hinweg beschworen. Was Christen verbinde, sei viel stärker als das, was sie trenne, sagte Meier in Augsburg. "Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam den Blick auf Jesus Christus richten, der uns alle vereint."
Meier äußerte sich beim neuen Kongress "Mission is possible". Hinter den Vorträgen, Workshops, Musik und Gebet steht das "Gebetshaus" unter Leitung des Theologen Johannes Hartl. Die Veranstalter des nach eigenen Angaben konfessionsübergreifenden Treffens sprechen von rund 1.000 Besuchenden.
Bischof Oster: So soll man beten
Der Passauer Bischof Stefan Oster sagte, wer sich ernsthaft mit Mission auseinandersetze, wisse, dass ohne Gebet "nichts wirklich ist". Gebet sei "die Ausdrucksform für die qualitätsvolle Beziehung mit dem Herrn".
Dessen Gegenwart gelte es sich im Gebet schweigend und wartend auszusetzen. “Bis er sich von sich her zeigt - und nicht so, wie ich ihn eh schon vermeintlich kenne.”
Innerliches Niederknien sei wichtig, damit sich das "kontrollierende Ego" nicht ständig einmische. Jede und jeder brauche eine Neuzentrierung, denn der Mensch halte sich wie von selbst für den Mittelpunkt der Welt. Das Zentrum des Universums aber sei der Herr.
Hartl: Kirche hat „schöne Servietten und Tischdeko“
Theologe Hartl kritisierte den Zustand der Kirche: "Stell dir vor, Menschen haben Hunger und da gibt es die Mitarbeiter in einem Restaurant." Sie hätten sich stark spezialisiert auf interne Abläufe, hätten sehr gute Jahresgespräche, schöne Servietten und Blumen auf den Tischen.
Dann aber wolle eines Tages jemand etwas zu essen bestellen. Da sage der Kellner: "Da erwischen Sie mich jetzt auf dem falschen Fuß. Unsere Schwerpunkte sind eher die Mitarbeiterkultur und das Rechnungswesen, wir haben sogar ein Präventionskonzept und wir haben wunderschöne Tischdeko."
Hartl sagte, er habe das Gefühl, dass "wir Kirchen oft so sind. Wir gehen davon aus, dass alle Leute ganz happy sind, weil wir selber an reich gedeckten Tischen sitzen. Wir sehen nicht, dass es Menschen gibt, die verschmachten." Das Interessante an der Kirche sei "nicht die Kirche, sondern Jesus Christus".