Trauer am Gymnasium - Gottesdienst am Abend geplant

Gedenken an Germanwings-Opfer in Haltern und Frankreich

Am zweiten Jahrestag des Absturzes einer Germanwings-Maschine über den französischen Alpen ist am Freitag eine Skulptur zum Gedenken an die Opfer enthüllt worden. Bei der Gedenkfeier in Le Vernet übergab Lufthansa-Chef Carsten Spohr eine „Sonnenkugel“ des deutschen Künstlers Jürgen Batscheider an die Angehörigen, teilte die Lufthansa mit. Mehr als 500 Angehörige nahmen an der Gedenkfeier nahe dem Unglücksort teil. Sobald die Witterung es zulässt, soll die Skulptur an den Absturzort gebracht und dort aufgestellt werden.

Bei der Skulptur handelt es sich um eine vergoldete Kugel mit einem Durchmesser von fünf Metern, die aus 149 Elementen besteht. Batscheiders Arbeit wurde in einem internationalen Wettbewerb ausgewählt, an dem sich 23 Künstler beteiligt hatten. Im Innern der „Sonnenkugel“ befindet sich ein kristallförmiger Zylinder, in dem Holzkugeln eingeschlossen werden, die die Angehörigen der Opfer mit Erinnerungsstücken befüllen können. Nach der Aufstellung am Unglücksort wird die Sonnenkugel von einer Plattform aus sichtbar sein, die die Lufthansa im vergangenen Jahr hatte errichten lassen.

Glockengeläut und Gottesdienst in Haltern

Auch in Haltern im Kreisdekanat Recklinghausen wurde der Opfer des Absturzes gedacht. Unter den Toten waren 16 Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrerinnen des dortigen Joseph-König-Gymnasiums. Am Vormittag fand in der Schule eine Gedenkfeier statt. Am Abend war ein ökumenischer Gottesdienst in der katholischen St.-Sixtus-Kirche geplant.

Trauer in Haltern
Lesen Sie hier unsere Berichte aus den Jahren 2016 und 2015.

Bürgermeister Bodo Klimpel (CDU) verlas bei der Gedenkfeier im Gymnasium die Namen der Halterner Opfer und versicherte: „Wir werden euch stets lebendig in unserem Herzen behalten.“ Zur Absturzzeit um 10.41 Uhr läuteten für fünf Minuten alle Kirchenglocken im Stadtgebiet. Während dieser Zeit schwiegen die Anwesenden. Anschließend steckten sie an der schulischen Gedenkstätte Rosen für die Verstorbenen in Gefäße.

Am 24. März 2015 war ein Airbus A320 der Lufthansa-Tochter Germanwings auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf abgestürzt. Nach Erkenntnissen der Ermittler brachte der depressive 27-jährige Co-Pilot die Maschine absichtlich zum Absturz. Er und alle 149 weiteren Flugzeuginsassen kamen ums Leben.