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Nach Vorwürfen gegen Hengsbach: Was jetzt am Essener Dom geplant ist

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Für Aufsehen sorgte, dass nach Missbrauchsvorwürfen das Denkmal von Kardinal Hengsbach entfernt wurde. Nun ist der nächste Schritt geplant.

Von KNA

Nach der Entfernung einer Statue des früheren Kardinals Franz Hengsbach wegen Missbrauchsvorwürfen soll auf dem Essener Domhof ein Gedenkort für Menschen entstehen, die von sexualisierter Gewalt in der Kirche betroffen sind. Das Domkapitel und der neu konstituierte Betroffenenbeirat im Bistum Essen hätten sich darauf verständigt, einen künstlerisch gestalteten Erinnerungsort zu schaffen, sagte Dompropst Michael Dörnemann der Katholischen Nachrichten-Agentur. „Er soll eine bleibende Mahnung für ein anderes Verhalten in Kirche und Gesellschaft sein.“

Hengsbach, erster Bischof des Ruhrbistums Essen, steht im Verdacht, in den 1950er und 1960er Jahren sexuellen Missbrauch begangen zu haben. Die Vorwürfe betreffen sowohl seine Zeit als Weihbischof im Erzbistum Paderborn als auch seine Amtszeit in Essen.

Vorwürfe gegen Kardinal Hengsbach

Die Bistümer Essen und Paderborn hatten 2023 zunächst zwei Vorwürfe öffentlich gemacht; inzwischen gibt es weitere Hinweise auf mögliche sexualisierte Gewalt. Darum ließ das Essener Domkapitel im September 2023 die Hengsbach-Statue vom Domhof entfernen. Die Vorwürfe werden derzeit in einer unabhängigen soziologisch-historischen Studie untersucht, deren Ergebnisse für 2027 erwartet werden.

Für den Gedenkort ist laut Dörnemann ein Wettbewerb mit öffentlicher Ausschreibung geplant. Über die Entwürfe soll ein Kuratorium beraten, dem je zwei Vertreter des Betroffenenbeirats und des Domkapitels sowie drei Kunstsachverständige angehören; es könnte 2026 seine Arbeit aufnehmen. Die Entscheidung liegt beim Domkapitel als Eigentümer des Domhofs. Für das Projekt stehen laut Dompropst bis zu 50.000 Euro zur Verfügung.

Zusätzlich soll am früheren Standort der Hengsbach-Statue eine Hinweistafel angebracht werden, die mit einem QR-Code über die Entfernung der Skulptur informiert und auf Hilfsangebote für Betroffene verweist. Die Tafel könne bereits Anfang nächsten Jahres aufgestellt werden, so Dörnemann. Zuerst hatte Radio Essen berichtet.

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