Zentrum für Katholiken anderer Muttersprachen

Geerlings eröffnet Antoniuskirche Münster nach Renovierung

Der emeritierte Weihbischof Dieter Geerlings hat am Freitagabend nach zehnmonatiger Renovierungszeit die Antoniuskirche an der Weseler Straße in Münster wiedereröffnet. „Ein kleines bisschen feiern wir heute schon Ostern“, sagte er bei dem festlichen Gottesdienst.

Nach zehnmonatiger Renovierungszeit war die Freude bei den Gläubigen groß: Viele waren in den neugestalteten Kirchenraum gekommen, der unter anderem ein Zentrum für Katholiken anderer Muttersprachen ist. Neben Gläubigen der polnischen, spanischsprachigen und tamilischen Mission waren auch Nachbarn aus der Pfarrei St. Joseph Münster-Süd gekommen.

 „Wir können Weltkirche“

„Eine Kirche, viele Sprachen, wir können Weltkirche“, freute sich der Weihbischof über die vielfältige Gestaltung des Gottesdienstes. So wurden die biblischen Texte in verschiedenen Sprachen vorgetragen, und auch in der Musik spiegelten sich die verschiedenen Nationen wider.

Die Vielfalt bereichere, „sie bringt die Gemeinde lebendig in Bewegung“, beschrieb Geerlings in seiner Predigt die besondere Gemeinschaft in der Antoniuskirche. Jede Gemeinde habe eine andere Klangfarbe, der Glaube aber sei die gemeinsame Heimat. Alle, die unter dem einen Dach Gottesdienst feierten, füllten das Haus mit Leben: „Wir sind lebendige Steine dieser renovierten Kirche“, erklärte er und verdeutlichte: „Wir alle, ob mit der polnischen Sprache, mit den tamilischen Riten, mit den spanischen Traditionen oder den deutschen Worten, tragen dazu bei.“

Neue Anfänge fernab der Heimat

Bezug nahm Geerlings außerdem auf den Patron der Kirche, den Heiligen Antonius von Padua, dessen Leben „vom Scheitern geprägt“ gewesen sei, der sich von seinen Lebensplänen habe verabschieden müssen. „Auch unter uns sind heute Gläubige, die einen anderen Weg einschlagen mussten als geplant“, sagte der Weihbischof. Krieg und Auseinandersetzungen hätten sie gezwungen, fernab der Heimat einen neuen Anfang zu wagen. „Aber wir können auf die Liebe Gottes vertrauen. Er möchte in unserem Leben aufleuchten“, schloss Geerlings.

Zuvor hatten Messdienerinnen und Messdiener aus allen Gemeinden gemeinsam ein Licht nach vorn getragen, das am Ewigen Licht entzündet worden war. Dieses hatte während der Zeit der Renovierung in der Krypta gebrannt. Mit dem Licht wurden alle Kerzen im Kirchenraum entzündet.