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Die Gänsehaut bei "Stille Nacht" wird in diesem Jahr vielen fehlen - nicht nur in Duisburg-Walsum

Gemeinde fragt: Was ist ihr liebstes Weihnachtslied?

  • Weihnachten ohne selbst gesungene Weihnachtslieder - das wird schwer.
  • Darum hat die Pfarrei St. Dionysius in Duisburg-Walsum eine kleine Umfrage über „Mein liebstes Lied“ gestartet.
  • Der Favorit sorgt bei jungen und alten Menschen für Gänsehaut.
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Advents- und Weihnachtszeit ohne gemeinsames Singen kann sich Kirsten Thalmann eigentlich nicht vorstellen. Doch die Pastoralreferentin in der Pfarrei St. Dionysius in Duisburg-Walsum muss sich wie alle daran gewöhnen, dass der Gemeindegesang in den Kirchen in der Zeit der Corona-Pandemie ausfallen.

Gleichwohl bleiben ihr die Weihnachtslieder im Kopf, die Melodien auf den Lippen: „Ich freue mich ein ganzes Jahr auf diese Lieder“, sagt Thalmann. Sie kennt die Gotteslob-Nummern ihrer Favoriten auswendig: „Tochter Zion, freue Dich“ (GL 228), „Ich steh an Deiner Krippe hier“ (GL 256), „O du fröhliche“ (GL 238), „Nun freut euch Christen“ (GL 241). Es gebe kaum ein Lied zu Weihnachten, das sie nicht gern singe, sagt die Seelsorgerin.

Lieder bringen Licht und Hoffnung

Diese Liebe zu den Weihnachtsliedern hat sie mit den Gemeindemitgliedern geteilt, als sie eine Umfrage startete, welches Lied sie in diesen Tagen besonders vermissen und welche Erinnerungen sie an einem bestimmten Musikstück haben. Die Ergebnisse der Umfrage liegen jetzt vor.

Für Irene Nowak zum Beispiel ist das Lied „Gloria in excelsis Deo“ der Hit: „Mich begleitet dieses Lied. Jetzt in dieser Zeit bringt es Licht und Hoffnung und es ist musikalisch sehr stimmungsvoll.“

Für einen 62-jähriger Kirchenchorsänger bleibt „Stille Nacht, heilige Nacht“ das unübertroffene Weihnachtslied: „Es wird eigentlich wie in so vielen Kirchen am Ende der Christmette auch in unserer Dionysius-Kirche gesungen, gemeinsam von Gemeinde und Kirchenchor.“

Wunsch nach Frieden auf Erden

Pastoralreferentin Kirsten Thalmann
Pastoralreferentin Kirsten Thalmann vermisst schon jetzt das Singen von Weihnachtsliedern in den Kirchen.

Das Besondere sei, dass der Chor zur zweiten und dritten Strophe einen anderen Gesang über das Gemeindelied legt. So habe ein wunderbarer Klang in den vergangenen Jahren die ganze Kirche erfüllt, der viele Besucher ergriffen habe. „Das wurde unserem Chor schon oft gemeldet. Auch ich bekomme jedes Mal eine Gänsehaut, und in diesem Jahr besonders. Die Pandemie zeigt uns, wie zerbrechlich alles ist, auf welch dünnem Eis sich die Menschheit bewegt“, sagt der Sänger. „Wir müssen rücksichtsvoller und demütiger werden: gegenüber unseren Mitmenschen, der Natur und den nachfolgenden Generationen, das lehrt uns auch dieses Lied. Ich habe es in den letzten Tagen schon oft leise für mich gesungen.“

Vom Geist der Weihnacht erfasst

Auch einem 25-jährigen Gemeindemitglied wird das Lied „Stille Nacht“ fehlen: „Es vergeht kein Weihnachten, wo mir bei diesem Lied nicht ein wohliger Schauer über den ganzen Körper fährt, und mit der Gänsehaut fängt dann für mich Weihnachten richtig an", schreibt er. "Auch wenn man gerada an den Weihnachtstagen immer auch an die Menschen denkt, die einem an diesem Fest besonders fehlen, so spüre ich bei diesem Lied doch nur Positives. Ich fühle mich beseelt und bin dann gepackt vom Geist der Weihnacht. Ich hoffe sehr, dass sich dieses Gefühl auch ohne das gemeinsame Singen in der Kirche bei mir, aber auch bei allen anderen Menschen einstellt und wir alle vom Geist der Weihnacht erfasst werden.“

Für Kirsten Thalmann ist die Botschaft der Lieder vor allem deshalb wohltuend, „weil sie trägt, tröstet, wärmt und froh macht“. Natürlich könne man sich die Lieder über Tonträger anhören. Das sei auch schön. „Aber es ersetzt das gemeinsame Singen in Gemeinschaft und in Gemeinde nicht.“

Klänge der Posaunen und Trompeten

Besonders vermisst die Pastoralreferentin den festlichen Klang der Trompeten, besonders beim Lied „Tochter Zion“. Damit verbindet Thalmann eine schöne Erinnerung an ihre Jugend: Als sie nach einem frustrierenden Schultag von der Schule und auf dem Weg zum Gelderner Bahnhof war, musste sie den Marktplatz mit dem kleinen Weihnachtsmarkt überqueren. Auf dem Dach eines Eckgebäudes standen drei Blasmusiker mit Posaunen und einer Trompete, die zum „Tochter Zion“ ansetzten. „Ich erinnere mich noch heute an die Gänsehaut und die Freude, die plötzlich und unerwartet in mir hochstiegen. Und der Tag bekam auf einmal ein ganz anderes Grundgefühl.“

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