Bischof segnet Neubau am Jugendhof Vechta

Genn: BDKJ-Jugendhof bewahrt vor Rechtsextremismus

Es war wie ein großes Familientreffen der Oldenburger Jugendarbeit. Etwa 320 Gäste aus dem Oldenburger Land waren gekommen, um nach zwanzig Monaten Bauzeit die Eröffnung des Neubaus des BDKJ-Jugendhofs mitzufeiern. Wie die Pressestelle des Bischöflich Münsterschen Offizialats berichtet, waren unter den Gästen die Mitgliedsverbände des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Vertreter von Kirche und Politik, Nachbarn und Mitarbeiter.

Der Jugendhof sei eine starke Marke der katholischen Kirche, die über viele Jahrzehnte Menschen angezogen habe und mit der viele Menschen Erinnerungen und Emotionen verbinden würden, sagte Bischof Felix Genn in seiner Predigt beim Festgottesdienst. „Hier können Sie junge Menschen in die Tiefe und Weite des Lebens und in die Schönheit des Glaubens führen“, sprach er die Betreuer und Gruppenleiter an.

Genn sieht politischen Auftrag

Junge Menschen sollten hier auch für politische Fragen interessiert werden. Wer den Jugendhof erlebt habe, könne nicht dem Rechtsextremismus verfallen und würde niemals gegen Flüchtlinge demonstrieren, zeigte er sich überzeugt. Sie sollten vielmehr sensibel gemacht werden für die Gaben der Schöpfung und sich gegen eine Wegwerfgesellschaft stellen.

Neben Bischof Genn zelebrierten Weihbischof Wilfried Theising, Landesjugendseelsorger Holger Ungruhe und weitere sieben Geistliche, die sich der Jugendarbeit verbunden fühlten, den Festgottesdienst unter freiem Himmel.

Landrätin: Kirche ist nicht alt und starr

Grüße des Landkreises richte die stellvertretende Landrätin Elisabeth Schlärmann beim Festakt aus. So etwas wie den Jugendhof habe es zu ihrer Jugendzeit leider nicht gegeben. Die Werte, die hier vermittelt würden, seien wichtig. „Der Jugendhof ist das beste Beispiel dafür, dass Kirche nicht alt und starr ist.“

Dankbar für Neubau zeigten sich Sophia Möller und Stephan Christ vom BDKJ-Landesvorstand. Er würde viele neue Möglichkeiten für die Jugendarbeit schaffen und sei daher eine gute Investition in die Zukunft.

Kosten von 5,25 Millionen Euro

Anfang 2017 hatten die Bauarbeiten begonnen. 5,25 Millionen Euro kostete die Maßnahme. Der helle Neubau verfügt neben den Seminarräumen über 78 Betten in zwei- bis vier-Bett Zimmern. Jedes ist mit WC und Dusche ausgestattet, mehrere sind rollstuhlgerecht geplant. Das neue Seminarhaus ist für unterschiedliche Gruppengrößen flexibler nutzbar als das alte. Auch einzelne Zimmer können jetzt gebucht werden.

Pro Jahr verzeichnet die Einrichtung Angaben zufolge 21.000 Übernachtungen, davon 5.000 auf den vier Zeltplätzen, die mit Küchen und sanitären Anlagen ausgestattet sind. Ein Gruppenhaus steht bis zu 36 Personen zur Verfügung. Die 1980 errichteten und inzwischen stark sanierungsbedürftigen Häuser I und II mit 56 Betten sollen in Kürze abgerissen werden.