Diözesanrat in Münster berät über Gemeindeleitung

Genn: Ich gehe „angstfrei“ den Prozess des Kulturwandels im Bistum

Bischof Felix Genn sieht das Bistum Münster mit seinem kürzlich veröffentlichten Papier zum Kulturwandel auf einem guten Weg für die Zukunft. „Das ist ein Prozess, der ist im Werden“, sagte Genn am Freitag vor dem Diözesanrat im Franz-Hitze-Haus. Er gehe diesen Prozess „angstfrei“. Rückblickend auf seine neun Jahre als Bischof in Münster sagte Genn über die Bistumsleitung: „Wir haben inhaltlich gut gearbeitet.“ Jetzt gehe es darum, „in einer gewissen Entspanntheit“ den Strukturwandel inhaltlich zu füllen.

Zum Kulturwandel im Bistum Münster ist kürzlich eine 27-seitige Broschüre erschienen. Darin geht es um die zentralen pastoralen Vorhaben und Entwicklungsprozesse im Bistum. Das Papier soll bis zum Sommer in allen Gremien der Diözese diskutiert werden, wie Generalvikar Norbert Köster erklärte. Inhaltlich geht es dabei um drei Themen.

Über Gemeindeleitung, Markenbildung und Schwerpunkte in der Pastoral

Das erste Thema seien die Überlegungen im Diözesanrat, welche Schwerpunkte die Kirche im Bistum Münster in Zukunft in der Pastoral setzen wolle, sagte Köster. Das zweite Thema sei die Frage der Gemeindeleitung. Hier gebe es zwei Vorgaben des Bischofs: Leiter einer Pfarrei bleibe ein Priester, und es seien keine weiteren Fusionen geplant. Drittes Thema sei der Prozess der Markenentwicklung mit einem neuen Logo des Bistums Münster.

Der Diözesanrat trifft sich in der Regel vier Mal im Jahr und wird für einen Zeitraum von vier Jahren gewählt. Den Vorsitz übernimmt der Bischof. Die Weihbischöfe und Generalvikare der nordrhein-westfälischen und oldenburgischen Bistumsteile sind durch ihr Amt vertreten. Zudem wählen die Kreisdekanatsversammlungen und der Pastoralrat (Offizialatsbezirk Vechta) Delegierte. Weitere Mitglieder werden von den Kreisdechanten, dem Priesterrat, dem Diakonrat, vom Rat der Pastoralreferenten, vom Ordensrat, vom Diözesankomitee der Katholiken und von den Kirchensteuerräten delegiert. | mib

Köster erklärte dazu, jede Pfarrei sei eingeladen, sich die Struktur zu geben, die zu ihr passe. Die Pfarreien könnten sich beraten lassen und unterschiedliche Modelle der Gemeindeleitung nutzen. Im September werde dann in den Kreisdekanaten das neue Logo des Bistums vorgestellt. Die Einrichtungen des Bistums würden dieses Logo komplett übernehmen, die Pfarreien seien eingeladen, es neben ihr eigenes zu setzen.

In Kleingruppen diskutierte der Diözesanrat über den Kulturwandel im Bistum, bei dem es um eine Kirche gehen soll, „die Beziehung stiftet“. Bei der Vorstellung der Ergebnisse stellte sich heraus, dass es unter anderem Fragen zur Rolle des Pfarreirates, zu den Befugnissen des Leitungsteams in einer Gemeinde und zu einer möglichen finanziellen Entschädigung gibt. „Das müssen wir uns klug anschauen und gut diskutieren“, sagte Generalvikar Köster dazu abschließend.