Münsters Bischof: „Man hat noch nicht Arbeit genug“

Genn ist traurig, aber zuversichtlich im Kommunion-Streit

Münsters katholischer Bischof Felix Genn ist zugleich traurig, aber auch zuversichtlich im Streit um den Kommunionempfang für nicht-katholische Ehepartner. Er sei „über diesen Vorgang sehr traurig“, sagte Genn am Sonntag im WDR. Zugleich aber sei er „sehr froh über die Art und Weise, wie wir beim Ständigen Rat darüber gesprochen haben“. Bei diesem Treffen der Ortsbischöfe am Montag in Würzburg habe es eine Aussprache gegeben, die ihn zuversichtlich stimme für die anstehenden Klärungsgespräche in Rom.

In Würzburg hätten die Bischöfe „in großer Offenheit“ über die Konflikte der letzten Wochen gesprochen, so Genn weiter. Es gebe auch keinen anderen Weg, denn „nur im Gespräch geht das, und deswegen hätte ich mir auch für diesen Punkt noch ein Gespräch vor diesem Schritt gewünscht“. Er sprach damit auf den Brief an, in dem sieben Bischöfe eine Klärung in Rom erbeten hatten, ohne dies zuvor oder zeitgleich den anderen Bischöfen mitzuteilen oder es mit diesen abzustimmen.

Worum geht es?

Bei dem Streit geht es um einen Mehrheitsbeschluss der Deutschen Bischofskonferenz bei der Vollversammlung im Februar in Ingolstadt. Dort hatten 47 der 60 anwesenden Bischöfe und Weihbischöfe einer bisher nicht veröffentlichten Handreichung zugestimmt, die in bestimmten Einzelfällen den Kommunionempfang für nichtkatholische Ehepartner erlauben soll.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und sechs weitere Bischöfe baten daraufhin den Vatikan um Klärung der Frage, ob eine solche Regelung von einer einzelnen Bischofskonferenz beschlossen werden kann. Auf Einladung der vatikanischen Glaubenskongregation ist ein noch nicht zeitlich festgelegtes „vertiefendes und klärendes“ Gespräch in Rom geplant.

Warum ist Genn dabei?

Daran teilnehmen sollen neben Woelki und dem Konferenz-Vorsitzenden, Kardinal Reinhard Marx, auch Bischof Genn sowie die Bischöfe Gerhard Feige (Magdeburg) und Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), die der Ökumene- und der Glaubenskommission vorsitzen. Auch der Sekretär der Bischofskonferenz, Jesuitenpater Hans Langendörfer, ist eingeladen.

„Ich hoffe, dass wir nach dem Gespräch in Rom einen Konsens finden“, betonte Genn. Er wisse nicht genau, warum er auch eingeladen sei, ergänzte der Bischof. Er glaube aber nicht, dass es etwas mit seiner Mitgliedschaft in der Bischofskongregation zu tun habe. Spontan habe er nur an das Motto seiner Mutter gedacht: „Man hat noch nicht Arbeit genug.“

„Verständnis für die Gewissensfragen der anderen Mitbrüder“

Im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) hatte Genn am Donnerstag erläutert, dass er inhaltlich das Mehrheitsvotum der Bischöfe teile. Er habe aber auch „Verständnis für die Gewissensfragen der anderen Mitbrüder“, obwohl er über die Form ihrer Einwände nicht glücklich gewesen sei.