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Rückkehr der mittelalterlichen Handschrift

Genn: „Liesborner Evangeliar“ wichtig für geistiges Leben der Region

Mehr als 1.000 Liesborner Bürger und viele Interessierte haben am Montag die Rückkehr ihres 1.000 Jahre alten „Liesborner Evangeliars“ in das Museum Abtei Liesborn gefeiert.

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Mit einem Bürgerfest und einem Festakt ist das „Liesborner Evangeliar“ an seinen Ursprungsort in der Abtei Liesborn in Wadersloh zurückgeführt worden. Die etwa 1.000 Jahre alte mittelalterliche Handschrift war im Frühjahr aus Privatbesitz in den USA für drei Millionen Euro zurückgekauft worden.

Bischof Felix Genn sagte, damit schließe sich eine 200-jährige Geschichte, die mit der Säkularisation des Klosters begonnen habe. Die Handschrift hatte seither eine weite Odyssee durch viele Länder gemacht. Sie war unter anderem im Besitz der drei führenden Handschriftensammler der Welt.

 

„Wertschätzende Weitergabe des Glaubens“

 

Nach Ansicht von Bischof Genn ist das Evangeliar von größter Bedeutung für die Geschichte des geistigen Lebens in der Region: „Es steht nicht für eine möglichst prächtige Verpackung von etwas Geschichtlichem, aber Vergangenem, sondern für eine wertschätzende Weitergabe des zeitlos Gültigen – unseres Glaubens, den wir als Schatz weitergeben und vermitteln sollen und möchten.“

Das sei auch der entscheidende Grund, warum sich das Bistum Münster zu einer Förderung entschieden habe. Das Evangeliar ist laut Experten ein Zeugnis mittelalterlicher Kunst- und Kulturgeschichte und ein national wertvolles Kulturgut. Es ist eines der wenigen vollständig erhaltenen karolingischen Evangeliare. Gefertigt wurde es wahrscheinlich um das Jahr 1000 und befand sich nachweislich seit dem 11. Jahrhundert in Liesborn.

Seinen Rückkauf in diesem Frühjahr durch den Kreis Warendorf unter maßgeblicher Führung von Landrat Olaf Gericke (CDU) machten viele Förderer möglich. Allein eine Million Euro gab die Stiftung der Sparkasse Münsterland-Ost. Weitere Förderer waren unter anderen die Rudolf-August-Oetker-Stiftung, die Kulturstiftung der Länder, der Bund und der Verein der Freunde des Museums Abtei Liesborn.

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