Fotostrecke: Verstorbener Weihbischof am Dom in Münster beigesetzt

Genn: Ostermann war von tiefer Liebe zu den Menschen geprägt

Münsters Bischof Felix Genn hat den verstorbenen Weihbischof Friedrich Ostermann als einen Menschen gewürdigt, der „von einer ganz tiefen Liebe zu den Menschen“ geprägt gewesen sei. Sein Engagement habe besonders den Gefangenen und Obdachlosen gegolten - vor allem an Heiligabend, sagte Genn am Freitag in einem feierlichen Pontifikalrequiem im vollbesetzten Paulusdom in Münster. Nach dem Gottesdienst wurde der frühere Regionalbischof für Münster und Warendorf auf dem Domherrenfriedhof beigesetzt.

Der Bischof sagte weiter, Ostermann habe sich besonders für die Partnerschaft des Bistums Münster mit Nord-Ghana eingesetzt und viele Initiativen, auch in Münster, auf den Weg gebracht. In der Welt der Medien sei ihm daran gelegen gewesen, die Stimme des Glaubens präsent zu halten. Mit Verweis auf den bischöflichen Wahlspruch Ostermanns, „Freuet euch im Herrn zu jeder Zeit“, erklärte Genn, oberflächliche Freude sei dem Verstorbenen fern gewesen, „schelmiger Humor jedoch nicht“.

„Die Menschen haben sein Anliegen verstanden“

Ostermann habe für die Menschen da sein wollen, so Genn, weil er nicht wollte, dass Menschen in ihr eigenes Elend hineinlaufen, wie er es selbst ausgedrückt habe. Die „vielen wertvollen Nachrufe“ hätten gezeigt, dass die Menschen sein Anliegen verstanden hätten. Ziel des Weihbischofs sei es gewesen, dass Gott in dieser Welt nicht vergessen werde.

Gerade aus der Erfahrung der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges, die er als Kind und Jugendlicher erlebt habe, sei Ostermann sehr genau bewusst gewesen, was es bedeute, wenn eine Gesellschaft ihre Fundamente verliere. Genau deshalb habe er Priester werden wollen.

Zahlreiche Bischöfe und Weihbischöfe beim Requiem

An der Feier nahmen das Domkapitel sowie zahlreiche Bischöfe und Weihbischöfe auch anderer Diözesen teil. Dazu gehörten Bischof Franz-Josef Overbeck aus Essen und der ebenfalls aus dem Bistum Münster stammende frühere Hamburger Erzbischof Werner Thissen sowie Bischof Peter Paul Angkyier aus Münsters Partnerbistum Damongo im Norden Ghanas.

Ostermann war am 22. Oktober im Alter von 86 Jahren in seiner Heimatstadt Münster gestorben. Dort wurde er am 21. Juni 1932 geboren. Nach der Priesterweihe 1958 wirkte er als Kaplan und Vikar in Hamm, Emsdetten, Senden und Telgte, bevor er Pfarrer und Dechant in Rheine wurde. 1981 ernannte Papst Johannes Paul II. ihn zum Weihbischof.

Ostermann war von 1981 bis zu seinem Rücktritt aus Altersgründen im Jahr 2007 Regionalbischof für die Region Münster-Warendorf. Von 2001 bis 2006 war er als Leiter der Publizistischen Kommission in der Deutschen Bischofskonferenz für Medienfragen zuständig.