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Predigten in der Christmette und am ersten Weihnachtstag

Genn: Weihnachtsbotschaft kann das Leben verändern

Bischof Felix Genn ruft die Gläubigen auf, ihr Leben durch die Weihnachtsbotschaft verändern zu lassen – „bis hin zu jenen Menschen, denen ich heute auf der Flucht begegne und solchen, die keine Herberge finden“. Genn predigte in der Christmette und am ersten Weihnachtstag in Münster.

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Weihnachten lädt die Menschen zu einem „Bildungsprozess“ ein – nicht im rationalen Sinn, sondern im Sinn der Formung des Herzens. Das hat Bischof Felix Genn in der Predigt in der Christmette im Dom in Münster gesagt. Er forderte die Gläubigen auf, „über die Atmosphäre der guten Stube hinauszugehen“ und ihr Leben durch die Weihnachtsbotschaft verändern zu lassen – „bis hin zu jenen Menschen, denen ich heute auf der Flucht begegne und solchen, die keine Herberge finden“.

Laut Genn ruft Weihnachten dazu auf, nicht eigene Bedürfnisse als letzten Lebenszweck anzusehen. Vielmehr gehe es darum, „gerecht zu werden, besonnen die Dinge anzugehen, weil ich sie in den Zusammenhang einordne, den Gottes Weisung und Botschaft eröffnet“.

Wo Menschen zerstört werden, regiert Gottlosigkeit

Vieles führe gegenwärtig dazu, dass es näher liege zu glauben, Gott gebe es nicht und das Böse sei stärker: „Denken wir nur an Berlin in den letzten Tagen“, erinnerte der Bischof an den Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt am 19. Dezember. Weihnachten dagegen rufe auf, es nicht mit Gottlosigkeit zu versuchen. Gottlosigkeit regiere „auch dann, wenn Menschen zerstört werden und wenn sich jemand dabei auf Gott beruft“.

Weihnachten habe ein Verheißungspotenzial, das „stärker ist als alles, was uns nach unten zieht“. Gott sei ein Fürst des Friedens: „Wenn sich alle an ihn halten würden, gäbe es weder Aleppo, gäbe es nicht Mossul oder andere Kriegsgebiete, Terror und Gewalt, vor allem nicht Flucht und Vertreibung.“

Wenn Menschenwürde mit Füßen getreten wird

Auf die Würde des Menschen ging der Bischof in der Predigt am ersten Weihnachtstag ein. „Weihnachten bejaht die Würde des Menschen, die Würde der Schöpfung, bekräftigt, dass alles, was geschaffen ist, vor allem auch der Mensch, gut ist, ja, sehr gut“, sagte Genn.

Allerdings sei die Würde des Menschen im Lauf der Geschichte oft mit Füßen getreten worden, bis in die Gegenwart hinein. Genn erinnerte an Kriegsbomben auf Krankenhäuser im syrischen Aleppo und an den Anschlag von Berlin: „Besessen von irgendeiner Idee“ würden Menschen in den Tod gerissen. Werde diese Idee mit Gott verbunden, dann „ist Gott eindeutig missbraucht“.

Genn: Gott möge die Herzen der Machthaber verwandeln

Der Bischof mahnte, darüber nachzudenken, was die Menschen mit sich selbst machten, wenn sie sich zu Gewalt verleiten ließen, sich abschotteten von Fremden, sich von Neid und Konkurrenzdenken leiten ließen.

Gott wolle, dass sich die Menschen gemäß ihrer Würde verhielten. Er gebe den Menschen die Möglichkeit, wahrhaft Mensch zu werden. Mehr als fraglich sei deshalb, ob „wir miteinander so umgehen können, wie wir das oft im Kleinen und Großen tun“. Der Bischof rief die Gläubigen auf, der Weihnachtsbotschaft zu trauen und die Hoffnung darauf zu setzen, dass Gott „es gut mit uns meint“.

Weihnachten nannte Genn „hoch politisch“ und „sehr gesellschaftskritisch“. Es lasse sich durchbuchstabieren bis in Fragen des Alltags hinein. Der Bischof bekannte, inständig darum zu bitten, dass Gott die Herzen von Machthabern „wie Putin und Assad“ verwandelt: „Wie viel Segen wäre dies für die Welt!“

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