Münsters Bischof spricht bei Bischofskonferenz über Papstbrief zum Synodalen Weg

Genn: Wir wollen Evangelisierung zu einem Grundthema machen

Bischof Felix Genn aus Münster ist zuversichtlich, dass der Synodale Weg weitergeführt werden kann. Wie er im Interview mit "Kirche-und-Leben.de" sagt, kann dabei Evangelisierung auch durch die Bearbeitung der Themen des Synodalen Weges geschehen.

Herr Bischof, an diesem Dienstag sprechen Sie in der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz über den Brief des Papstes an das pilgernde Gottesvolk vom 29. Juni. Warum?

Ich werde den Bischöfen einen Impuls geben, wie wir mit diesem Brief im Rahmen des Synodalen Wegs weiter umgehen könnten.

Der Papst hat ja in dem Brief betont, dass es sehr stark um Evangelisierung gehen soll. Sind seine Bedenken berechtigt, dass die deutschen Katholiken zu sehr auf den Strukturwandel der Kirche schauen, aber zu wenig auf die Evangelisierung?

Meine persönliche Meinung ist: Diese Bedenken kann man haben. Allerdings wollen wir die Evangelisierung zu einem Grundthema machen, das allen Foren zugrunde liegt. Wir denken, dass auch Evangelisierung dadurch geschehen kann, dass wir die geplanten Themen des Synodalen Weges (Macht und Gewaltenteilung, priesterliche Existenz, Frauen in Diensten und Ämtern, Sexualität) bearbeiten, die zum Teil auch Evangelisierung behindern. Und wir wollen schauen, wie wir trotzdem einmal unabhängig von den Foren weiter über die Evangelisierung sprechen.

Es gab kürzlich einen Briefwechsel zwischen Rom – Kardinal Marc Ouellet - und dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, über den Synodalen Weg. Können nicht die Einwände aus Rom zu Enttäuschungen in Deutschland führen?

Durch die Gespräche, die Kardinal Marx mit Kardinal Ouellet und dem Papst geführt hat, ist entschieden, dass wir diesen Synodalen Weg weiter gehen können. Kardinal Marx kam sehr zufrieden aus diesen brüderlichen Gesprächen zurück.