Predigten am Ostersonntag und in der Osternacht in Münster

Genn zu Ostern: Jesus richtet die, die auf Gewalt setzen

Wer an Jesus als den Auferstandenen glaubt, empfängt auch die Kraft, die Folgen des Bösen, „die nur Tod und Zerstörung sind“, hinter sich zu lassen. Das hat Bischof Felix Genn in der Predigt im Festgottesdienst am Ostersonntag im Dom in Münster gesagt.

Wer glaubt, könne einen anderen Weg einschlagen, „der aus Liebe, aus Verzeihung, aus Verzicht auf Rache, Hass und Vergeltung besteht“. Ein Glaubender lebe die Liebe Jesu und werde „zu den Menschen zählen, die sich ein Leben lang an die erste Begegnung mit ihm erinnern werden“, so der Bischof.

Kritik an Putin, Erdogan, Trump und Kim

Dann wandele sich die Kultur des Zusammenlebens. Dann „beginnen wir, in dieser Welt eine andere Art und Weise des Umgangs miteinander zu formen, weil wir aus der Beziehung zu Jesus Beziehung zu allen Menschen stiften können“.

Politiker wie Russlands Präsident Wladimir Putin, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump verbreiteten Schrecken, sagte Genn. Der Auferstandene dagegen verkünde den Frieden: „Aber damit genau richtet er alle, die auf Gewalt und Terror setzen.“

„Gegenmodell“ zu Ego-Trips

Im Osternachts-Gottesdienst in der Nacht zum Sonntag im Dom unterstrich Genn, Gott gebe ein Gegenmodell, nicht dem eigenen Ego-Trip zu folgen, sondern genau für den Egoismus tot zu sein, umso stärker daran zu glauben, dass die Liebe siegt. Jesus habe den Gesetzen des Todes die Kraft des Lebens gegenübergestellt. Das Leben kann nach Genns Worten nur gelingen, wenn es aus der Bemühung um Frieden gestaltet wird.