Wort des Bischofs von Münster zur Fastenzeit 2018

Genn zur Fastenzeit: Mit anderen und sich selbst Frieden schließen

Münsters Bischof Felix Genn ruft in seinem Wort zu Fastenzeit dazu auf, mit seinen Mitmenschen, seiner Umwelt und sich selbst Frieden zu schließen. Wo das nicht möglich sei, empfiehlt Genn, Gott im Gebet zu bitten, Hindernisse auszuräumen – zum Beispiel beim Mitmenschen, der nicht Frieden schließen will.

Der Bischof bezieht die Idee auf die „Friedensverträge“ im Vorfeld des 101. Deutschen Katholikentags. Das Treffen vom 9. bis 13. Mai in Münster steht unter dem Leitwort „Suche Frieden“. Auf großen Plakaten, die vor allem im Bistum Münster verteilt wurden, können einzelne Menschen, Gruppen und Einrichtungen persönliche „Friedensverträge“ formulieren.

Frieden mit den Feinden

Genn empfiehlt Friedensverträge „mit Menschen, zu denen die Verbindung abgerissen oder unterbrochen worden ist, ja, die vielleicht sogar unsere Feinde sind“. Die österliche Vorbereitungszeit biete die Gelegenheit, Auseinandersetzungen „durch Verzeihung zu beenden“.

Wenn die Versöhnung am Unwillen der Gegenseite scheitere, könne auf dem Friedensvertrag ein Gebet stehen: „Sie wenden sich an Jesus und bitten ihn, alles aus Ihrem Herzen wegzuräumen, was Ihrerseits einer Versöhnung im Wege stehen kann. Gleichzeitig bitten Sie darum, dass im Herzen des anderen überwunden wird, was es ihm schwer macht, den Schritt zur Versöhnung zu tun.“

Frieden mit sich selbst und der Schöpfung

Frieden lässt sich nach Worten des Bischofs auch mit sich selbst schließen. Menschen könnten mit sich unzufrieden sein, weil sie Ziele nicht erreicht hätten, einen Fehltritt begangen hätten oder Grenzen – etwa bei der Gesundheit und den eigenen Fähigkeiten – nicht akzeptieren könnten. Genn empfiehlt, „sich in einer Beichte das Wort der Vergebung und Versöhnung zusprechen zu lassen“.

Auch mit der Schöpfung sollen Menschen nach Ansicht des Bischofs Frieden schließen. Er ruft jeden Einzelnen zum Nachdenken darüber auf, „ob ich achtsam genug mit den Gütern der Erde umgehe“. Ebenso verweist er auf die Ausbeutung von Arbeitskräften und Kindern in ärmeren Ländern: „Den Preis unseres Lebens sollten nicht andere zahlen müssen.“