BISCHOFSKONFERENZ

Bätzing vor Abschied vom Vorsitz: Dank der Bischöfe und letzte Predigt

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Der Fuldaer Bischof Michael Gerber würdigt die Amtszeit von Georg Bätzing – der nochmals vor populistischen Verführern warnt.

Der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Michael Gerber, hat den scheidenden Vorsitzenden Georg Bätzing als erfolgreichen Krisenmanager gewürdigt. „Dein Stil und Deine Fähigkeit, Dialog zu fördern, haben Deine Amtszeit geprägt“, sagte der Fuldaer Bischof am Montagabend in Würzburg. „Du warst ein Vorsitzender, der moderierend gesteuert hat – anders wäre unsere Konferenz auch gar nicht zusammenzuhalten.“

Bätzing sei „wachsendes Vertrauen in der Römischen Kurie gelungen“, so Gerber. „Du warst dort gut vernetzt, auf Deine Art und Weise, aber Du warst präsent.“ Indirekt wies der Fuldaer Bischof damit Vorwürfe zurück, Bätzing sei im Vatikan zu wenig vernetzt gewesen.

Vorsitzenden-Wahl am Dienstag

Die Amtszeit des Limburger Bischofs an der Spitze der Bischofskonferenz war anfangs von den Einschränkungen der Corona-Pandemie geprägt. Hinzu kam ein Dissens in der Bischofskonferenz beim Synodalen Weg. Vier Bischöfe hatten sich zurückgezogen aus dem Reformprojekt, bei dem es etwa um innerkirchliche Gewaltenteilung, mehr Beteiligung von Frauen und eine neue Sexualmoral ging. Bätzing unterstützte den Reformkurs und verteidigte ihn auch gegen Widerstand im Vatikan.

Am heutigen Dienstag wählt die Bischofskonferenz einen neuen Vorsitzenden. Bätzing hatte angekündigt, nicht erneut für das Amt zur Verfügung zu stehen.

Bätzing warnt vor Populisten

Im Eröffnungsgottesdienst der Vollversammlung im Würzburger Dom hatte Bätzing erneut vor einfachen Antworten in Krisenzeiten gewarnt. Populisten stellten „ihre Gewissheiten“ gegen die „diffuse Zukunftsangst“ vieler Menschen und erzählten „Geschichten voller Ressentiments gegenüber ,anderen', die schuld sind: die Eliten, die Medien, die politische Klasse, die Fremden und Geflüchteten“, sagte Bätzing in seiner Predigt.

Populisten spickten Erzählungen mit „Gerüchten, Falschmeldungen, Lügen und vor allem großen Versprechungen“, Probleme angeblich radikal lösen zu können. Mit Fakten sei dem kaum beizukommen. Viele Menschen seien „wenig empfänglich dafür, wie sehr ihre Gefühle vor allem dem wirtschaftlichen und politischen Nutzen der großen Geschichtenerzähler zugutekommen“.

Bätzing: Gesellschaft im Umbruch

Der Limburger Bischof zeichnete das Bild einer Gesellschaft im Umbruch: „Wir leben in anstrengenden Zeiten.“ Gewohnheiten und Sicherheiten kämen „an ihre Grenzen“. Handeln aber helfe gegen Ohnmachtsgefühle.

Zuallererst helfe es „anderen Menschen und verändert ihre Lage“, so Bätzing. Wie zum Dank verändere es auch die Empfindungen der Helfer: „Den Nächsten lieben wie sich selbst, das ist Work-Life-Balance jesuanisch interpretiert.“

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