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Das denkerische Erbe des ehemaligen Kirchenoberhaupts ist Gegenstand vieler Debatten. Was der Nuntius im Baltikum davon hält.
Der langjährige Privatsekretär von Benedikt XVI. und jetzige Nuntius im Baltikum, Georg Gänswein, hat seinen früheren Vorgesetzten als wortmächtigen Theologen und unerschrockenen Verkünder des Glaubens gewürdigt. „Wenn bestimmte theologische Fragen auftauchen oder sich Herausforderungen stellen, greife ich natürlich gern und zuerst zu den Schriften von Joseph Ratzinger“, sagte Gänswein „Vatican News“. Anlass war der dritte Todestag des früheren deutschen Papstes am Mittwoch.
Regelmäßige Lektüre
Zur bleibenden Aktualität der Texte sagte Gänswein, es erstaune ihn immer wieder, wie aktuell viele davon seien – „obgleich sie teilweise vor vielen Jahren, ja Jahrzehnten entstanden sind“. Er lese regelmäßig Predigten und theologische Werke Benedikts, so der Erzbischof weiter. Die geistlichen Impulse seien hilfreich, um Herausforderungen des Alltags zu bewältigen.
Gänswein sagte, es habe bei Benedikt keinen Unterschied zwischen öffentlichem Auftreten und persönlichem Alltag gegeben. „Als Mensch im Alltag war er genauso wie als Mensch in der Öffentlichkeit – liebenswürdig, freundlich, humorvoll, entschieden und mild. Das hat er öffentlich gezeigt, und so hat er auch im Alltag gelebt.“