Bürgermeister erhofft sich Ort der Begegnung und des Austauschs

Gerhard-Richter-Kunstwerk kommt in Münsters Dominikanerkirche

Gerhard Richter (85), einer der bedeutendsten Gegenwartskünstler, schenkt der Dominikanerkirche in Münster ein Foucaultsches Pendel und vier große Glasflächen. Das Pendel werde in der 29 Meter hohen Kuppel der Barockkirche aufgehängt, die je sechs Meter hohen farbigen Glasflächen sollen die Bewegungen des Pendels, den Kirchenraum und Besucher reflektieren, teilte die Stadt Münster am Freitag mit. Damit werde ein nie endendes Wechselspiel geschaffen.

Das Foucaultsche Pendel im Panthéon in ParisDas Foucaultsche Pendel im Panthéon in Paris, wo der Physiker Léon Foucault am 26. März 1851 seinen Versuch über die Darstellung der Erdrotation demonstrierte. | Foto: Markus Nolte

Richter, der sonst eher die Öffentlichkeit scheut, stellt sein Werk am 30. November gemeinsam mit Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) und Kulturdezernentin Cornelia Wilkens vor. Die Stadt nannte das Geschenk des Künstlers eine „unschätzbare Ergänzung“ und einen „Impuls für den Kunst- und Kulturstandort Münster“. Das Kunstwerk werde im Zentrum eines neuen Ortes der Begegnung und des Austauschs allen Menschen zugänglich sein.

Pendel lässt die Erdrotation nachweisen

Die Dominikanerkirche in der Münsteraner Innenstadt war am 12. November profaniert werden. Eigentümerin ist die Stadt Münster. Zuvor wurde die zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichtete Kirche von der katholischen Universitätsgemeinde genutzt.

Der in Dresden geborene Richter lebt in Köln. 2007 schuf er für den Kölner Dom ein aus 11.263 bierdeckelgroßen farbigen Glaskacheln bestehendes Kunstwerk, das sogenannte „Richter-Fenster“. Anhand eines Foucaultschen Pendel lässt sich die Erdrotation nachweisen. Es geht auf den französischen Physiker Jean Bernard Leon Foucault (1819-1868) zurück.