GESELLSCHAFT

Neuer Versuch: Lassen Sie uns wieder freundlich zueinander sein!

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Der gesellschaftliche Umgang wird ungemütlicher, nicht nur in den sozialen Medien. Das sollten wir wieder ändern, meint Ulrike Göken-Huismann.

Ton und Verhalten werden rauer! Allenthalben! Nicht nur in kontroversen öffentlichen gesellschaftlichen Debatten, sondern auch im ganz alltäglichen Lebensumfeld, in Nachbarschaften, Dörfern und Städten, im Verkehr, beim Einkaufen und vielem mehr. Erst aussteigen lassen, dann einsteigen, den Rucksack vom Sitz räumen, gegebenenfalls den eigenen Platz anbieten, den oder die andere/n ausreden lassen, freundliche und höfliche Umgangsformen pflegen – vieles, was ich lange für selbstverständlich gehalten habe, vermisse ich zunehmend, auch in meinem Alltag. Und manchmal erschrecke ich mich über mich selbst.

Ein Wort aus dem Buch der Sprichwörter in der Bibel geht mir in diesem Zusammenhang durch den Kopf. „Freundliche Worte sind eine Honigwabe, süß für den Gaumen, heilsam für den Leib.“ (Spr 16,24)

Was eine nette Bemerkung auslösen kann

Die Autorin
Ulrike Göken-Huismann aus Goch-Pfalzdorf ist stellvertretende Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) und Vorsitzende Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee e.V.

Aufbauende, tröstende und freundliche Worte sind wie Honig, der nicht nur in biblischen Zeiten eine heilende Wirkung hatte. Sie stärken uns an Leib und Seele. Wie gut freundliche Gesten, Hilfeleistungen und Worte tun, haben Sie sicher auch schon oft erlebt. Sie zaubern Lächeln auf Gesichter und bleiben manchmal lange in Erinnerung. Ermutigende Worte schenken zudem Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein. Eine nette Bemerkung, ein wohlmeinendes Lob, ein von Herzen kommendes ehrliches Kompliment „gehen uns runter wie Honig“!

Nicht immer ist es einfach, freundliche Worte zu finden. Manchmal brauchen wir dafür Überwindung und einen inneren Schritt. Beim Knistern in einer Gruppe ringen wir um gute und hilfreiche Aussagen, versuchen, eventuellen Unmut mit milden Worten auszudrücken. In den sozialen Medien wäre ein respektvoller Umgang mehr als angesagt.

Freundlichkeit als Geschenk

Im Neuen Testament, im Brief an die Gemeinde in Galatien gilt Freundlichkeit als Geschenk von Gottes Geistkraft und als eine Frucht, die wachsen kann: „Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue.“ (Gal 5,22).

Ich lade dazu ein, um diesen Geist zu bitten und zu beten und wieder neu zu versuchen, freundlich zu den Menschen zu sein! Vielleicht kann unser Verhalten auch unser Umfeld beeinflussen. Und sogar öffentliche, gesellschaftliche und politische Debatten. Das täte uns gut!

In unseren Gastkommentaren schildern die Autor:innen ihre persönliche Meinung zu einem selbst gewählten Thema. Sie sind Teil der Kultur von Meinungsvielfalt in unserem Medium und ein Beitrag zu einer Kirche, deren Anliegen es ist, die Zeichen der Zeit zu erkennen.

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