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Sommerliche Ausflugsziele im Bistum Münster, Teil 5

Gewaltige gotische Backsteinruine – das Zisterzienserkloster in Hude

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Es muss nicht immer die ganz große Urlaubsreise sein. Im Bistum Münster gibt es viele schöne, traditionsreiche Orte, die einen Tagesausflug lohnen. Redakteurinnen und Redakteure von „Kirche-und-Leben.de“ verraten, wo man wunderbar entspannen kann und auch der Seele etwas Gutes tut. Heutige Empfehlung: Kloster Hude und Umgebung.

Ein Besuch im Klosterbezirk gleicht dem Eintauchen in eine ferne Vergangenheit. Von der früheren Klosterkirche stehen zwar nur noch Mauerreste. Aber schon  deren gewaltigen Ausmaße lassen erahnen, wie mächtig und bedeutend das Zisterzienserkloster im oldenburgischen Hude einst gewesen sein muss. Allein das Gotteshaus maß 60 Meter in der Länge, 25 Meter in der Breite und bis zum First 25 Meter.

Die Überreste stehen als Zeugen einer Vergangenheit, die dem 1232 gegründeten Kloster und seinen Mönchen zunächst durch Landschenkungen ein Leben nach der Regel „ora et labora“, gesichert hatte. Die Ordensleute brannten Ziegel und Fliesen für ihre Gebäude in eigenen Werkstätten, webten Stoffe und brauten ihr eigenes Bier. Wie bedeutsam das Kloster für die Region gewesen sein muss, zeigt die Tatsache, dass die Kirche über mehr als zwei Jahrhunderte den Grafen von Oldenburg als Grablege diente.

Der Bischof von Münster ließ das Kloster plündern

Ausgerechnet der Übergang der Herrschaft auf das Bistum Münster in den Wirren der Reformation läutete den Niedergang ein. Bischof Franz von Waldeck ließ das Kloster zwischen 1533 und 1536 plündern. Damit wollte er verhindern, dass herrenlose Landsknechte hier ihr Unwesen trieben. Die letzten fünf Mönche wurden in Rente geschickt. Später fiel das Klostergelände an die dänische Krone und wurde an eine adlige Familie verkauft, die bis heute das ehemalige Abtshaus bewohnt.

So ragen die Backstein-Ruinen der einst mächtigen Klosterkirche bis heute inmitten alten Baumbestands nahe des Huder Bachs in den Himmel, in einem umzäunten Museumsbezirk. Der ist auch von außerhalb des umgebenden Eisenzauns gut einsehbar. Wer näher herantreten möchte, sollte sich an die Öffnungszeiten des ehrenamtlich betriebenen Klostermuseums halten: Ostern bis Oktober freitags, samstags und sonntags jeweils von 13 bis 17 Uhr. Im Museum lassen sich an Modellen und auf Infotafeln Geschichte und Funktion der Anlage nachvollziehen.

Ideale Kombination und Ausgangspunkt für Touren

Zeiten beachten sollten auch Besuchende, die sich eines der Kleinodien in der ehemaligen Torkapelle der Klosteranlage ansehen möchten, die heute als evangelische Pfarrkirche dient: das geschnitzte Altarbild. Es ist aus einem Stück gefertigt und zeigt Begebenheiten aus dem Leben Jesu - von der Verkündigung bis zu Auferstehung, Himmelfahrt und Pfingsten. Besichtigungen sind zwar grundsätzlich täglich von 9 bis 16 Uhr möglich. Es empfiehlt sich aber die Absprache mit dem Kirchenbüro unter Tel. 04408/923192.

Es ist die Kombination, die den Ort am Rand des Naturparks Wildeshauser Geest zu einem besonders lohnenden Ziel für Menschen macht, die Erholung per Rad oder als Spaziergänger verbinden möchten mit einem Blick in die Kirchengeschichte der Region zwischen Bremen und Oldenburg. Die ehemalige Brauerei ist heute Klosterschänke mit Biergarten und Restaurantbetrieb und idealer Ausgangsort für längere Touren.

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