MDR und Uni Leipzig werten 1250 Datensätze aus

Glaube beeinflusst offenbar soziales Verhalten

Die religiöse Bindung und der Glaube üben in Deutschland offenbar einen starken Einfluss auf das soziale Verhalten aus. Das ist das Ergebnis eines datenjournalistischen Projektes des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) anlässlich der ARD-Themenwoche „Woran glaubst Du?“, wie der Sender am Sonntag mitteilte. Demnach gibt es unter anderem einen regionalen Zusammenhang zwischen der Anzahl an Kirchenmitgliedern und der Frauenbeschäftigungsquote, dem ehrenamtlichen Engagement, der Anzahl der Suizide und Teenagerschwangerschaften sowie der Anzahl an Arbeitslosengeld-Empfängern (SGB II).

In Städten und Gemeinden mit vielen SGB-II-Beziehern leben der Datenauswertung zufolge relativ viele Konfessionslose. Dies gelte für einen Vergleich Ost-West ebenso wie für Vergleiche innerhalb der alten und neuen Bundesländer.

Zusammenhänge zwischen Kirchenmitgliedschaft und Geld

Die vorliegenden Daten bestätigen laut MDR auch oft diskutierte regionale Zusammenhänge zwischen der Kirchenmitgliedschaft und dem Geldbeutel. In Regionen, in denen Menschen eher auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, gibt es demzufolge verhältnismäßig mehr Kirchenaustritte. Dort, wo das Budget der Einwohner höher ist, zahlen sie auch häufiger Kirchensteuer, ein Kirchenaustritt ist unwahrscheinlicher.

Für das datenjournalistische Projekt hat der MDR nach eigenen Angaben in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig insgesamt 1.250 Datensätze ausgewertet. Die Ergebnisse sind demnach auch für die Sendung „Die Story im Ersten - Land ohne Glauben?“ am Montag, 12. Juni, 22.45 Uhr, im Ersten ausgewertet worden.