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Die Katholiken des Bistums Magdeburg gingen für die Menschenwürde an die Öffentlichkeit. Das ist beispielhaft, sagt Marianne Heimbach-Steins.
Dieser Monat hat mit den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und im Land Berlin hat die politische Landkarte in Deutschland verändert.
Mit vielen Anderen teile ich ernste Sorgen um den sozialen Zusammenhalt angesichts zunehmender Polarisierung; um gerechte Teilhabe für alle Generationen; um die gesellschaftlichen Grundlagen eines Wohlstands, der wirklich für allen zugutekommt; um einen respektvollen und friedlichen Umgang mit der Vielfalt der Lebenswirklichkeiten, Überzeugungen und Identitäten in unserer heterogenen Gesellschaft; um die Wertschätzung der rechtsstaatlich-demokratischen Ordnung als Fundament eines Lebens in gemeinsamer Freiheit und sozialem Frieden.
Konkretes Handeln
Die Autorin:
Marianne Heimbach-Steins ist Seniorprofessorin für Sozialethik und sozialethische Genderforschung an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster.
Sorge ist ein Seismograph für Krise. Gerade deshalb darf sie nicht zur Resignation führen. Ebenso wenig darf sie sich mit illusionären Versprechungen stillstellen lassen. Wenn Sorge notwendig ist, weil Dinge im Argen liegen, kann sie Not nur wenden, wenn sie in sorgendes Engagement, in einen Impuls tätiger Solidarität verwandelt wird.
Aus der biblischen Hoffnungsbotschaft zu leben, fordert gerade jetzt konkretes Handeln heraus. Das gilt für die Einzelnen und für gemeinschaftliches Handeln. Es gilt auch auf allen Ebenen der Kirche. Christenmenschen, Gemeinden, Verbände, Orden, Bistümer – alle kirchlichen Akteure und Ebenen haben Ressourcen, um untereinander und zusammen mit Initiativen der Zivilgesellschaft Solidarachsen auf- und auszubauen.
Gute Botschaft
Die Katholiken im kleinen Diaspora-Bistum Magdeburg haben das gerade beispielhaft vorgemacht: Gemeinsam haben sie vor der Wahl die Kampagne „Bewusst wählen“ gestemmt – das Bistum, die Caritas, die Schulstiftung, der Katholikenrat, die Katholische Erwachsenenbildung: Sie sind in die Öffentlichkeit gegangen für Menschenwürde, Nächstenliebe, Solidarität und Dialog – das sind die Leitworte der Kampagne. Mit einem Fest der Demokratie und anderen Aktivitäten haben sie eine gute Botschaft gegen verzerrende Bilder der Wirklichkeit, gegen Ausgrenzung, gegen Hass gesetzt.
Dieses Engagement wird und muss weitergehen. Es braucht Solidarität, Vernetzung, Lernen miteinander und voneinander. Das geht auch uns an – weit im Westen. Wir können von den Glaubensgeschwistern lernen und wir können sie unterstützen: mit Gebet, mit aktivem Interesse, auch mit Spenden – wenn Einrichtungen und Akteure, die für die gute Botschaft einstehen, unter Druck geraten.
In unseren Gastkommentaren schildern die Autor:innen ihre persönliche Meinung zu einem selbst gewählten Thema. Sie sind Teil der Kultur von Meinungsvielfalt in unserem Medium und ein Beitrag zu einer Kirche, deren Anliegen es ist, die Zeichen der Zeit zu erkennen.