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Bundespräsident ehrt Hartmut Dreier aus Marl und Sharon Fehr aus Münster

Gleich zwei Bundesverdienstkreuze für interreligiösen Dialog

  • Regierungspräsidentin Dorothee Feller hat Hartmut Dreier aus Marl und Sharon Fehr aus Münster das Bundesverdienstkreuz überreicht.
  • Die Geehrten engagieren sich seit Jahrzehnten für den interreligiösen Dialogn.
  • Jüdische Gemeinde zeigt die Auszeichnung in einer Vitrine des Gemeindesaals.
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In einer Feierstunde hat Münsters Regierungspräsidentin Dorothee Feller im Auftrag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zwei engagierten Vertretern des interreligiösen Dialogs das Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht. „Sharon Fehr und Hartmut Dreier stehen für die Verständigung zwischen den Religionen, die für ein friedliches Zusammenleben so wichtig ist“, sagte Feller.

Der evangelische Pfarrer Hartmut Dreier aus Marl gehört zu den Pionieren des christlich-islamischen Dialogs. Aus der ursprünglich dialogischen Arbeit zwischen Christen und Muslimen entstand letztendlich ein Trialog zwischen Synagoge, Moschee und Kirche.

Christen, Muslime und Juden in einer AG

Hartmut Dreier und Dorothee FellerHartmut Dreier engagiert sich seit fast 40 Jahren in der Christlich-Islamischen Arbeitsgemeinschaft in Marl, in der einigen Jahren auch die regionale Jüdische Gemeinde Recklinghausen mitmacht. | Foto: Johannes Bernard

Seit 1984 ist die Arbeitsgemeinschaft im Kreis Recklinghausen aktiv und unter dem Kürzel CIAG bekannt. Es steht für "Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft".

Vor drei Jahren erweiterte der Vorstand den Namen CIAG Marl zu dem neuen, gewissermaßen „abrahamitisch inklusiven“ Namen CIJ-AG Marl. So sollen mit den drei großen Buchstaben C, I  und J die in den Jahren gewachsene Zusammenarbeit als Christlich-Islamisch-Jüdische Arbeitsgemeinschaft im Kreis Recklinghausen dokumentiert werden.

Fehr: Juden dürfen keine Angst mehr haben müssen

In der von Dreier mitgegründeten Arbeitsgemeinschaft engagieren sich die evangelischen, katholischen und islamischen Gemeinden zusammen und bereiten alljährlich das Abrahamsfest mit zahlreichen Veranstaltungen vor. „Ich fühle mich geehrt. Die Auszeichnung gilt allen, die sich für ein interkulturelles Miteinander in Marl und darüber hinaus einsetzen“, sagte der evangelische Pfarrer.

Als Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Münster setzt sich Sharon Fehr seit Jahrzehnten für ein tolerantes Miteinander der verschiedenen Religionen ein. Er engagiert sich insbesondere gegen Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung. Bei der Ehrung sagte er: „77 Jahre nach dem Zivilisationsbruch durch den barbarischen Nationalsozialismus darf es nicht sein, dass Juden heute wieder ihre Identität verbergen müssen und verängstigt durch Deutschlands Straßen schleichen.“

Überrascht von der Ehrung

„Dass mir das Bundesverdienstkreuz verliehen werden soll, war eine sehr große Überraschung. Ich hatte vorher davon nichts mitbekommen, nicht einmal, dass ich vorgeschlagen worden war“, sagte Fehr im Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“. Die Auszeichnung erfülle ihn mit Freude und Stolz zugleich. Er sehe darin aber auch eine hohe Anerkennung der Jüdischen Gemeinde, die heute wieder einen festen Platz in der Mitte der Stadtgesellschaft von Münster habe.

„Dass ich heute mit dem Bundesverdienstkreuz für meine vieljährige ehrenamtliche Tätigkeit in unserer Jüdischen Gemeinde Münster geehrt werde, ist nicht mein alleiniges Verdienst“, sagte Fehr. Es sei das Verdienst vieler, die ihm während seiner Tätigkeit in und außerhalb der Jüdischen Gemeinde stets zur Seite gestanden hätten.

Anstecknadel am Schabbat-Blazer

Sharon Fehr, der auch dem Vorstand der Jüdischen Gemeinden in Westfalen angehört, weiß schon, was er mit dem Bundesverdienstkreuz vorhat: „Ich würde es gern in die große Vitrine neben dem Shalom-Saal unserer Jüdischen Gemeinde legen. Tragen werde ich es nur heute am Ehrentag. Es gibt auch eine kleine Anstecknadel dazu, die ich künftig am Revers meines Schabbat-Blazers tragen werde.“

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