Projekt der Deutschen Bischofskonferenz

„Gott im Abseits“: Seelsorger am Rand der Gesellschaft im Blick

Mit Berichten über Ordensschwestern in einer Obdachlosen-Ambulanz in Frankfurt beginnt das Projekt „Gott im Abseits“ der Deutsche Bischofskonferenz. In mehreren so genannten „Staffeln“ sollen junge kirchenferne Journalisten katholische Ordensleute und pastorale Mitarbeiter porträtieren, die sich zum Beispiel für Obdachlose, Prostituierte, Strafgefangene oder Drogenabhängige einsetzen, teilte die Bischofskonferenz mit.

Das Projekt wird im Internet dokumentiert, zum Beispiel im Blog www.gott-im-abseits.de, auf Facebook, Twitter und YouTube. In der ersten Staffel bis Mitte November 2017 berichtet der Fernseh- und Radiojournalist Timm Giesbers (24) über seine Erlebnisse in der Elisabeth-Straßenambulanz in Frankfurt. Wie viele Staffeln es geben und wann das Projekt insgesamt enden soll, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Berufung der Seelsorger im Zentrum

Im Zentrum des Projekts soll die Berufung des jeweiligen Seelsorgers stehen. „Gott im Abseits“ präsentiere Menschen, „die davon berichten, wie ihr Glaube sie dazu motiviert, Jesus Christus gerade dort zu bekennen, wo man es nicht vermutet und von außen betrachtet Gott kaum erwarten würde“, sagte Pfarrer Michael Maas, Leiter des Zentrums für Berufungspastoral der Bischofskonferenz.

Es solle deutlich werden, woraus die Seelsorger Kraft für ihren Dienst schöpfen, erläuterte Maas. Zugleich zeige das Projekt, wie die Kirche dem Auftrag des Evangeliums nachkomme und – mit den Worten von Papst Franziskus – „an die Ränder der Gesellschaft“ gehe.

Nachfolgeformat von „Valerie und der Priester“

Die erste Staffel stellt Schwester Karin Knötig (39) und ihre Mitschwestern der Ordensgemeinschaft der Missionsärztlichen Schwestern in Frankfurt vor. Knötig trat dort 2010 ein und steht kurz vor ihrer Ewigen Profess, also der endgültigen Aufnahme in die Gemeinschaft.

„Gott im Abseits“ versteht sich als Anschlussformat des Projekts „Valerie und der Priester“. Dabei hatte die Journalistin Valerie Schönian ein Jahr lang den katholischen Kaplan Franziskus von Boeselager aus einer Pfarrei im Westen der Stadt Münster begleitet.

Die Rückmeldungen zu „Valerie und der Priester“ haben nach Maas' Worten gezeigt, „dass es tatsächlich gelungen ist, junge Menschen über Kirche und das Wirken eines Priesters ins Gespräch zu bringen“. Ähnliches soll offenbar auch „Gott im Abseits“ erreichen.