Pfarrer Johannes Hammans über Herausforderungen und Erfahrungen

Gottesdienst im Autokino - Gemeinden in Coesfeld laden ein

Die evangelische und die katholischen Kirchengemeinden in Coesfeld werden am kommenden Sonntag (26. April) zum zweiten Mal einen ökumenischen Autokino-Gottesdienst auf dem Gelände der „Fabrik“ am Dreischkamp feiern. „Kirche-und-Leben.de“ hat mit dem Coesfelder Pfarrer Johannes Hammans über das besondere Angebot und seine Erfahrungen bei der Premiere vor wenigen Tagen.

Herr Hammans, eine Premiere war der Autokino-Gottesdienst in Coesfeld am vergangenen Sonntag. Wie ist die originelle Idee entstanden?

Johannes Hammans Johannes Hammans ist Pfarrer der katholischen Gemeinde Anna Katharina und Dechant des Dekanats Coesfeld. | Archiv-Foto: Michael Bönte

Seit zwei Wochen gibt es das Autokino auf dem Platz der „Fabrik“ hier in Coesfeld. Eliza Diekmann, ein Mitglied unserer Gemeinde, hat zusammen mit einem Team das Autokino initiiert und mit dem örtlichen Kinobetreiber verwirklicht. Sie hatte auch die Idee zu einem ökumenischen Gottesdienst mit der evangelischen Gemeinde sowie St. Lamberti und Anna Katharina. Zugleich wurde ich von Gemeindemitgliedern auf andere Auto-Gottesdienste hingewiesen. Das hat mich ermutigt, dies auch in Coesfeld zu wagen. Ich gebe zu, dass ich zunächst skeptisch war, aber in den letzten Wochen sind wir ja schon viele neue Wege der Kommunikation gegangen.

Wie waren die Reaktionen der mitfeiernden Autofahrer?

Die Reaktion war überwältigend: „Es war so schön, mal wieder mit anderen zusammen zu sein. Seit langem mal wieder das Gefühl von Gemeinschaft.“  Oder: „Es ist etwas anderes, live dabei zu sein, oder allein vor dem Bildschirm zu sitzen.“ Eigentlich waren alle getrennt in ihren Pkw, aber das Singen und Beten hat doch das Gefühl einer großen Gemeinschaft gegeben. Und bei mehr als 300 Teilnehmern wäre unsere Kirche auch schon gut gefüllt gewesen.

Wie haben Sie selbst diesen ökumenischen Gottesdienst empfunden?

Die Zusammenarbeit mit der evangelischen Pfarrerin Birgit Henke-Ostermann war einfach gut, kreativ und zielgerichtet. Uns beiden ging es nicht so sehr um ökumenische Fragen, wir wollten die Menschen erreichen und ein Gemeinschaftsgefühl stiften. Das ist uns wohl gelungen. Zugleich war es toll, bei der Predigt mal wieder in Gesichter zu schauen. In den letzten Wochen haben wir Video-Gottesdienste aufgenommen. Dabei musste ich immer in die Kamera schauen. Aber das ist kein Ersatz für die Begegnung in der Kirche - oder eben im Autokino.

Kein Gottesdienst ohne Ticket - so geht's
Karten für den Gottesdienst um 10 Uhr sind kostenlos und ausschließlich online unter www.cinema-coesfeld.de zu erhalten. Ohne Karte ist eine Teilnahme nicht möglich. Maximal 150 Autos sind auf dem Gelände erlaubt.