Genn dankt Sant'Egidio und erinnert an 1648

Gottesdienst in Münster leitet Weltfriedenstreffen ein

Bischof Felix Genn hat der Gemeinschaft Sant'Egidio dafür gedankt, dass sie beim Weltfriedenstreffen auch an die Reformation erinnere. So gebe die Gemeinschaft „dem Gedächtnis der Reformation einen internationalen, interkonfessionellen und interreligiösen Akzent“, sagte Genn im Eröffnungsgottesdienst des Treffens am Samstagabend im St.-Paulus-Dom in Münster.

Die Geschichte von Osnabrück und Münster zeige, wie viele Wege die Gesandten der Völker und Regierungen auf sich genommen hätten, um in zähen Verhandlungen 1648 dem Kriegstreiben ein Ende zu setzen. „Der Friede von Osnabrück und Münster hat die europäische Landschaft verändert“, sagte der Bischof. Vor allem aber habe er dazu beigetragen, dass die christlichen Konfessionen, die damals nicht zusammenfinden konnten, wenigstens in Eintracht und Frieden ein neues Miteinander gesucht hätten.

Respekt statt Abgrenzung

„370 Jahre später dürfen wir mit Dankbarkeit feststellen, dass die Zeit sich gewandelt hat, weil nicht mehr Abgrenzung und Misstrauen im Vordergrund stehen“, sagte Genn. Heute prägten Respekt, Toleranz und gegenseitiges Wohlwollen das gemeinsame Handeln und Beten.

Der Bischof sprach in der Predigt auch das Leitwort des Treffens „Wege des Friedens“ an und erinnerte an den Prior der Mönche im algerischen Tibhirine. „Christian de Chergé hat seine Berufung zum Mönchtum auch dadurch gefunden, dass er im Algerien-Krieg einem tiefgläubigen Muslim begegnet ist.“

Dieser Mann habe sich während eines Gefechtes schützend vor den katholischen Christen gestellt und sei am anderen Tag ermordet aufgefunden worden. Christen und Muslime seien verbunden durch die Verbindung mit Gott, die durch gewaltlose Liebe verwirklicht werde.