Fünf Institutionen kooperieren – Eröffnung am Samstag

Große Friedens-Ausstellung in vier Museen in Münster

Mehr als 50 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben drei Jahre an den Vorbereitungen gearbeitet. 660 Kunstwerke und Objekte stehen vom 28. April bis 2. September in Münster zur Schau. Fünf Institutionen haben bei der Ausstellungskooperation zum Thema „Frieden. Von der Antike bis heute“ zusammengearbeitet. „Das ist ein Novum für Münster“, sagte Matthias Löb, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), bei einer Pressekonferenz am Donnerstag im LWL-Museum für Kunst und Kultur.

„Die Bürger von Calais“.
„Die Bürger von Calais“ von Auguste Rodin (1889) im LWL-Museum. | Foto: Karin Weglage

„Es ist aber auch international eine Premiere. So eine Ausstellungskonzeption zum Frieden hat es weltweit noch nicht gegeben“, sagte Hermann Arnhold, Direktor des LWL-Museums. Anlass für die Kooperation sind zwei markante historische Daten. Vor 400 Jahren brach der Dreißigjährige Krieg aus, der vor 370 Jahren in Münster und Osnabrück mit dem Westfälischen Frieden beendet wurde. Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg.

Von der antiken Friedensgöttin Eirene bis zur Friedenstaube von Picasso

An der Zusammenarbeit beteiligen sich das Archäologische Museum der Universität Münster („Eirene/Pax – Frieden in der Antike“), das Bistum Münster („Frieden. Wie im Himmel so auf Erden?“), das Kunstmuseum Pablo Picasso („Picasso – Von den Schrecken des Krieges zur Friedenstaube“), das Stadtmuseum Münster („Ein Grund zum Feiern? Münster und der Westfälische Frieden“) und das LWL-Museum für Kunst und Kultur („Wege zum Frieden“). Aus kunsthistorischen, stadtgeschichtlichen und religiösen Blickwinkeln beschäftigen sich die Ausstellungen in herausragenden Kunstwerken und Dokumenten mit dem Frieden und umreißen so einen Zeitraum von mehr als 2.000 Jahren.

„Zu jedem Zeitpunkt der Geschichte gehört es zu den menschlichen Grunderfahrungen, Konflikte auszuhalten“, sagte Michael Quante, Prorektor der Universität Münster. „Die Kriege im Altertum waren aber erheblich begrenzter. Heute haben Krieg und Frieden eine globale Dimension.“ Insoweit erhoffe er sich auch eine politische Wirkung von den Präsentationen.

Erst seit kurzem „Stadt des Friedens“

„Im Westen nichts Neues“.
„Im Westen nichts Neues“ von Tatjana Doll (2009) – eine im Picasso-Museum hängende Auseinandersetzung mit dem, Bild „Guernica“ von Pablo Picasso. | Foto: Karin Weglage

Bezogen auf die Bistums-Ausstellung sagte Generalvikar Norbert Köster: „In jüdisch-christlicher Tradition glauben wir an einen Gott des Friedens.“ Christinnen und Christen seien aber auch immer wieder an diesem Ideal gescheitert und hätten „in der Geschichte auch eine Spur des Leids hinterlassen“.

Wenn sich Münster heute als „Stadt des Friedens“ präsentiere, habe das mitnichten eine lange Tradition, verdeutlichte Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU). Lange Jahre nach dem Westfälischen Friedensschluss 1648 habe im katholischen Münster das Gefühl vorgeherrscht: „Die Protestanten haben uns über den Tisch gezogen.“ Grund dafür sei gewesen, dass die evangelische Konfession an politischer Bedeutung und Einfluss gewonnen habe. In Münster habe es nahezu 300 Jahre keine Feiern zum Jubiläum des Friedensschlusses gegeben. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Stadt in Trümmern lag, habe sich die Ignoranz in ein aktives Mittun für den Frieden gewandelt.