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Erstmals mit dem neuen Bischof von Münster, Heiner Wilmer, findet am Sonntag, 5. Juli, die traditionsreiche Große Prozession in Münster statt.
Wie gewohnt beginnt der alljährliche Buß- und Bittgang um 10 Uhr mit dem Stationsgottesdienst in der St.-Lamberti-Kirche in der Innenstadt, wie die Bischöfliche Pressestelle berichtet. Danach zieht die Prozession über die Salzstraße, Klosterstraße, Verspoel, Ludgeristraße und Prinzipalmarkt zum Domplatz.
Im Münsteraner Dom fängt um 11 Uhr die Messe mit dem Bischof Heiner Wilmer an. Als Konzelebranten wirken Weihbischof Stefan Zekorn, Stadtdechant Ulrich Messing, Dompropst Hans-Bernd Köppen sowie Pater Biju Joseph, Seelsorger der italienischen Gemeinde, mit. Die italienische Gemeinde wird den gesamten Gottesdienst mitgestalten. Nach dem Schlussgebet wird das Allerheiligste ausgesetzt und der sakramentale Segen gespendet.
Musikalische Begleitung im Dom
Für die musikalische Gestaltung sorgen der Projektchor des Stadtdekanats, das Bläserensemble blechgewand(t) sowie Domorganist Thomas Schmitz an der Orgel. Die musikalische Gesamtleitung liegt bei Regionalkantorin Jutta Bitsch.
An diesem Sonntag, 5. Juli, fallen die Messen um 10 Uhr und 11.45 Uhr im Dom aus.
Große Prozession seit 1382
Der Brauch der Großen Prozession reicht zurück bis ins Jahr 1382. Damals starben in Münster mehr als 8.000 Menschen an der Pest. Im Jahr darauf verwüstete ein Großbrand weite Stadtgebiete. Seitdem ziehen aufgrund eines damaligen Gelöbnisses jedes Jahr Gläubige mit dem Allerheiligsten zu einer überpfarrlichen Buß- und Bittprozession durch die Altstadt. Aufgrund dieses Ursprungs wird eine Nachbildung des historischen Pestkreuzes, dessen Original im Stephanschor des Doms hängt, der Prozession vorausgetragen.
Unter dem Einfluss der religiösen Barockkultur des 17. Jahrhunderts wandelte Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen (1650 bis 1678) die schlichte Buß- und Bittprozession in eine triumphale Sakramentsprozession, ohne die Buß- und Bittgebete in den Stationskirchen anzutasten. Im Nationalsozialismus unter dem seligen Bischof Clemens August Kardinal von Galen galt die Prozession mit nie zuvor und nie nachher erreichten Teilnehmerzahlen als überwältigende Demonstration der Katholiken Münsters für den christlichen Glauben und seine Werte – bis heute.