Kulturstaatsministerin hält Europas Wurzeln für stark und gesund

Grütters: Kunst macht Gemeinsamkeiten der Europäer sichtbar

Viele Bauwerke in Europa zeigen nach Ansicht von Kulturstaatsministerin Monika Grütters, dass die Europäische Union mehr ist als eine gemeinsame Handelszone. Die Kunst könne die Gemeinsamkeiten der Europäer sichtbar machen, betonte die CDU-Politikerin am Mittwochabend im Paulus-Dom in Münster in der Reihe „Domgedanken – Warum ich Europäer bin“.

Kulturelle Meisterwerke könnten „eindringlich vermitteln“, wie die Europäer über ihre nationalen Grenzen hinweg verbunden seien. Kunst und Kultur könnten auch Antworten auf die Frage geben, „was uns ausmacht als Europäer und Deutsche“, sagte Grütters. Sie äußerte sich in ihrem Vortrag zum Thema „Kulturpolitik für Zusammenhalt in Vielfalt“.

Gegen Schwarzmalerei

Kritisch bewertete die aus Münster stammende CDU-Politikerin die aktuelle politische Entwicklung in Europa. Selbst der überparteiliche Konsens, wonach Europa Frieden und Wohlstand sichere, sei brüchig geworden, beklagte Grütters. Dennoch wolle sie sich nicht der „verbreiteten Schwarzmalerei“ anschließen, sagte sie mit Bezug auf nationale Töne, die verstärkt zu hören seien.

Die Kulturstaatsministerin zeigte sich überzeugt, „dass Europa in seinen Wurzen stark und gesund ist“. Die „bewegte und gemeinsame Geschichte Europas“ bleibe überall sichtbar. Europas Puls schlägt nach den Worten von Grütters dort laut und kräftig, wo die Herzen der Europäer für Europa schlagen.

„Heimat ist mehr Gefühl als Gewissheit“

Grütters sprach auch den Begriff Heimat an und erklärte, Heimat sei „mehr Gefühl als Gewissheit“ und „mehr als Herkunft“. Heimat verspreche Zugehörigkeit, werde allerdings oft als Mittel der Ausgrenzung verwendet. Weltoffenheit und Heimatverbundenheit gehören nach Ansicht der CDU-Politikerin zusammen. Allerdings halte sie nichts von der in manchen Berliner Milieus verbreiteten Auffassung, die Grenzen von Nationalstaaten seien überholt.