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Neue Möglichkeiten für Gemeinde- und Urlauberseelsorge

Haus Ansgar auf Wangerooge wird nach Umbau eingeweiht

Nach dem Umbau bietet das Pfarrzentrum auf Wangerooge neue Möglichkeiten für die Gemeinde, für die Urlauberseelsorge und für Exerzitien. Zur Einweihung am 22. August kommt Bischof Felix Genn.

Wie dringend notwendig die Sanierung war, konnte Wangerooges Inselpfarrer Egbert Schlotmann Anfang Oktober 2017 erleben. Orkan Xavier war gerade mit Macht über die ostfriesische Nordseeküste hinweggefegt und hatte ein Fenster im Obergeschoss samt Rahmen aus seinen maroden Angeln gedrückt. Aber zu diesem Zeitpunkt war das Haus Ansgar schon ausgeräumt. Die Bau­arbeiten an dem fast 100 Jahre alten Gebäude hatten bereits begonnen.

Am Mittwoch, 22. August, wird Bischof Felix Genn das sanierte, umgebaute und erweiterte Pfarrzentrum der St.-Willehad-Gemeinde auf Wangerooge einweihen. Wie Egbert Schlotmann mitteilte, sind die Arbeiten so gut wie abgeschlossen.

Immer mehr Menschen kommen zu Exerzitien

Nach und nach war das Gebäude direkt neben der St.-Willehad-Kirche in den vergangenen Wochen bereits wieder in Betrieb gegangen. Ein Haus für die Gemeinde, für die Urlauberseelsorge und für eine wachsende Zahl an Menschen, die für Exerzitien auf die Insel kommen.

Für die Gemeinde dient es unter anderem als Treffpunkt, als Pfarrbüro und als Bücherei, für die es um einen rund 50 Quadratmeter großen verglasten Anbau erweitert wurde. Seit Mitte Juli können Gäste und Insulaner hier schon wieder im Bestand der rund 3.000 Bücher stöbern.

Zentrum der Urlauberseelsorge

Mit Platz für 20 Bewohner in fünf Doppel- und zehn Einzelzimmern ist das Haus Ansgar auch die Basis der Teams, die in der Hauptsaison und über Weihnachten, Silvester und in den Osterferien die katholische Urlauberseelsorge für die rund 120.000 Touristen organisieren, die Jahr für Jahr nach Wangerooge kommen. Diesen ehrenamtlichen Helfern stünden nach der Sanierung endlich nach heutigen Maßstäben angemessene Unterkünfte zur Verfügung, freut sich Egbert Schlotmann. Noch bis zum 30. August ist das letzte der vier Teams dieses Sommers im Einsatz.


Inselpfarrer Egbert Schlotmann | Foto: Michael Rottmann

Aber auch in den Zeiten zwischen den Ferien könnten die Zimmer künftig besser genutzt werden, sagt der Inselpfarrer und nennt Exerzitien und Besinnungstage, sowohl für Gruppen als auch für Einzelne. Zu einem großen Teil bietet Egbert Schlotmann sie selbst an. Er ist ausgebildeter Geistlicher Begleiter und hat ein Masterstudium als Ehe-, Familien und Lebensberater abgeschlossen.

Jetzt auch mit Aufzug

Die Nachfrage sei groß, vor allen Dingen nach Exerzitien, so Schlotmann. Freie Plätze für die auf der Internetseite der Gemeinde, www.st-willehad.de, ausgeschriebenen Gruppen-Exerzitien für 2019 gebe es nur noch wenige. Viele fragten auch nach Begleitung und Einzelexerzitien an.

Allen Gästen und Mitarbeitern kommt der Aufzug zu Gute, mit dem das 1922 errichtete Gebäude mit seinen rund 700 Quadratmetern Nutzfläche jetzt auch für gehbehinderte Menschen auf allen Etagen zugänglich ist.

Mammutaufgabe für die Gemeinde

Die St.-Willehad-Gemeinde hatte das Haus vor gut 50 Jahren gekauft. Die Kosten der Sanierung und des Umbaus bedeuten eine große Herausforderung für die einzige Inselgemeinde des Bistums, zu der nur 270 der insgesamt 1.300 Insulaner zählen.

Zwar bekommt sie zwei Drittel (1,5 Millionen) der mehr als 2,2 Millionen Euro Baukosten als Zuschuss aus dem Haushalt des Offizialates in Vechta. Das restliche Drittel, rund 710.000 Euro, muss die Gemeinde aber selbst aufbringen.

St.-Willehad-Gemeinde setzt auf Spenden

Außer auf Fördermittel der Europäischen Union, etwa für die Barrierefreiheit oder energetische Maßnahmen, setzt die St.-Willehad-Gemeinde auf Spenden und organisiert Basare oder andere Aktionen zu Gunsten des Projekts.

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